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ISPO News 2020 | Skitourenschuhe & -Bindungen

Die Neuheiten der kommenden Saison im Überblick

26.01.2020

Wie schon in den letzten Jahren fällt auch 2020 auf, dass viele, gerade große, Hersteller der ISPO fern bleiben. Dies hat einerseits ein gewisses Schrumpfen der Messe als ganzes zur Folge, andererseits aber auch mehr Platz für kleinere Hersteller.

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Lorenzo Rieg
Pindung
terrainISPO München

Wie schon in den letzten Jahren fällt auch 2020 auf, dass viele, gerade große, Hersteller der ISPO fern bleiben. Dies hat einerseits ein gewisses Schrumpfen der Messe als ganzes zur Folge, andererseits aber auch mehr Platz für kleinere Hersteller.

Dafür gab es dieses Mal, gerade im Bereich der Skischuhe und Bindungen, aber zahlreiche interessante Neuigkeiten, die wir in dieser Ausgabe unserer ISPO-News vorstellen.

Insgesamt zeichnet sich bei den Bindung ein gewisser Trend hin zu "Pin 3.0" ab. Das heisst, es gibt immer mehr Optionen, mit einem Alpin-(oder zumindest alpinartigen)Vorderbacken abzufahren, der am Skischuhschnabel greift. Für den Aufstieg werden aber Pins und Inserts verwendet. Somit wird wirklich das beste aus zwei Welten vereint. Neben der bereits bewährten Salomon Shift sowie dem CAST-System gibt es mit der B.A.M Pindung und der Marker Duke PT hier zur Saison 2020/2021 bereits einiges an Auswahl. Es ist fast schon zu erwarten, dass sich in den kommenden Jahren Pin 3.0 zum de facto Standard für freeridende Tourengeher oder tourengehende Freerider entwickeln wird.

Bei den Schuhen gibt es nach wie vor einerseits leichte und aufstiegsorientierte Modelle, andererseits scheint auch wieder ein gewisser Fokus auf fast schon klassichen Vierschnallern zu liegen. Neben den neuen Modellen von Salomon und Atomic (beide nicht auf der ISPO vertreten) und Lange sind beispielsweise auch La Sportiva und Tecnica hier vertreten.

Als besonders interessante Neuheiten würden wir dieses Jahr die Marker Duke PT hervorheben. Bei den Schuhen gibt es zahlreiche interessante Modelle, etwa den Scott Freeguide Carbon, den La Sportiva Vega und die Lange XT3 Serie.

Bindungen

ATK
Bei den Italienern von ATK gibt es keine großartigen Änderungen im Bereich der abfahrtsorienten Bindungen, nach wie vor hat man allerdings mit der Freeraider 14 eine der leichtesten Bindungen mit hohem Z-Wert im Angebot. Zusätzlich kommen im Tourenbereich Bindungen mit einer überarbeiteten Stopperkonstruktion am Vorderbacken heraus, bei dieser gibt es auch eine Neuheit und zwar klappen die Stopper automatisch hoch sobald die Bindung für den Aufstieg verriegelt wird.

B.A.M
Die Pindung hat es diese Saison ja bekanntlich auf den Markt geschafft und wird natürlich auch vom sympathischen Team von B.A.M auf der ISPO präsentiert. Die Bindung macht einen massiven und vertrauenswürdigen Eindruck und überzeugt auch bezüglich Handling. Für die Zukunft denkt man noch über eine TÜV-Zertifizierung nach, da man überzeugt ist, diese zu bekommen. Allerding scheut man momentan noch die hohen Kosten des Zertifizierungsprozesses.

Fritschi
Bei Fritschi setzt man auch für nächste Saison auf das bestehende Programm an Bindungen, wobei man mit der noch immer recht neuen Xenic für die eher aufstiegsorientierten Tourengeher und der Tecton für die eher abfahrtsorientierten ja bestens aufgestellt ist.

G3
G3 bringt keine großen Neuheiten, allerdings mit der ZED9 eine Variante der ZED mit niedrigerem Z-Wert, die sich folgerichtig an leichtere Fahrerinnen und Fahrer richtet.

Marker
Marker bringt mit der Duke PT 16 und Duke PT 12 eine Antwort auf die Salomon Shift und B.A.M. Pindung und vermutlich eine der interessantesten Neuheiten der ISPO 2020. Während man bei der Duke PT wie mit einer Alpinbindung abfahren kann, wird der Vorderbacken für den Aufstieg vorgeklappt und abgenommen, was nicht nur das Aufsteigen mit Pins ermöglicht sondern auch etwas Gewicht am Fuß spart. Die Hinterbacken sind (bis auf die zusätzliche Verriegelung der Stopper mit Steighilfe) identisch mit denen der Jester (Duke PT 16) bzw. Squire (Duke PT 12), wobei anzumerken ist, dass beide Hinterbacken zur kommenden Saison etwas überarbeitet wurden. Die Duke PT 16 wiegt insgesamt 1350g, im Aufstiegsmodus 1050g (pro Stück). Die Duke PT 12 ist etwa 200g leichter. Der Duke PT Voderbacken macht auf uns einen recht durchdachten Eindruck, die Verriegelung ist recht massiv ausgeführt und greift an vier Punkten.

Fast schon nebensächlich aber trotzdem neu bei Marker: Die Kingpins haben jetzt alle einen Vorderbacken ähnlich der Alpinist beziehungsweise Kingpin M-Werks.

Look
Nein, auch dieses Jahr gibt es keine Tourenbindung von Look, dafür wird nach langer Zeit die einst so erfolgreiche P15 wieder aufgelegt. Diese ist bis auf den Z-Wert (5 - 15) identisch mit der P18 (8-18) und bietet damit eine Spitzenbidung für SkifahrerInnen, die kleinere Z-Werte brauchen. Die Bindung kommt in verschiedenen Farbvarianten, darunter auch im farbenfrohen "Forza", das einigen noch aus den 90er-Jahren bekannt sein dürfte.

Plum
Auch die Franzosen von Plum setzen auf ihr bewährtes Sortiment mit kleineren Optimierungen. Ähnlich wie bei ATK wird hier ein großes Spektrum mit vielen Bindungen abgedeckt, die sich bis auf Details allerdings vor allem in Z-Wert und Gewicht unterscheiden.

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Die neue Duke PT 16 ist wohl ab kommender Saison das Topmodell von Marker im Tourenbereich add_circle
Dalbello
Duke PT 16
Die neue Duke PT 16 ist wohl ab kommender Saison das Topmodell von Marker im Tourenbereich

Schuhe

Dalbello
Dalbello bringt mit der "Quantum" Serie erstmals ultraleichte Skitourenschuhe auf den Markt. Das Topmodell, der Quantum Asolo Factory, kommt dank aufwändiger Konstruktion mit verklebten Hälften der Skischuhschale und hochwertigsten Materialien auf unter 1kg Gewicht (in Größe 26.5), und das, obwohl ein vollwertiger, thermoformbarer Innenschuh verwendet wird. Zusätzlich gibt es mit dem Quantum Asolo und Quantum zwei Modelle, die etwas schwerer und günstiger sind.

Dynafit
Bei Dynafit wird es nächste Saison auch einen "kleinen" Hoji Free, den Hoji Free 110 geben. Also einen etwas weicheren Schuh der Hoji-Serie mit Flexangabe von 110, der aber einen Schnabel vorn, sowie die etwas schmalere Passform des Hoji Free hat. Da Dynafit nur im Rahmen eines verhältnismäßig kleinen Standes der Muttergesellschaft (Oberalp) vertreten war, gab es den Schuh (und andere Dynafit-Produkte) allerdings nicht live zu bewundern.

Fischer
Fischer optimiert zur kommenden Saison die Topmodelle der Ranger-Serie, vor allem hinsichtlich der Passform. Diese wurde basierend auf Daten von vielen tausend Fuß-Scans berechnet.

Full Tilt
Zusätzlich zum Ascendent, der ab nächster Saison mit einem Intuition Pro Tour Liner ausgeliefert wird, verstärkt Full Tilt das Segment der Tourenschuhe mit dem neuen Sammy C. Das Sammy Carlson Promodel verfügt über einen klassischen Liner, die breitere Full Tilt Passform und einen Strap mit Klemme.

Head
Bei Head bleibt man im Skischuhbereich bei den Kore-Modellen, die unverändert in die nächste Saison gehen.

K2
K2 bringt mit dem "Junior Mindbender" einen Tourenskischuh für Jugendliche auf dem Markt. So etwas gibt es noch nicht oft und ist daher sicher eine lobende Erwähnung wert, K2 gewinnt mit dem Schuh auch einen ISPO Award.

Lange
Lange setzt nach einigen Jahren mit dem XT3 die erfolgreiche XT-Serie fort. Wie bei den Vorgängermodellen wird es auch den XT3 in zwei Breiten (normal und low volume) geben, zusätzlich wurde das Gewicht minimal verringert, die Schaftrotation verbessert und laut Lange-Vertretern auch die Abfahrtsperformance verbessert. Die neue Serie umfasst Modelle mit Flex von 100, 110, 120 und 130.

Der Vega ist das neue Topmodell von La Sportiva add_circle
Lorenzo Rieg
La Sportiva Vega
terrainISPO München
Der Vega ist das neue Topmodell von La Sportiva

La Sportiva
La Sportiva bringt mit dem Vega ein neues Topmodell im Bereich der abfahrtsorientierten Tourenschuhe auf den Markt. Der Schuh, welcher in einer Herren und einer Damenversion erhältlich sein wird, ersetzt den Spectre 2.0. Der typische Vierschnaller besteht aus carbonverstärktem Kunststoff. Sein niedriges Gewicht und die gegenüber dem Spectre 2.0 weiter verbesserten Abfahrtseigenschaften machen ihn zu einem äußerst interessantes Gesamtpaket.

Nordica
Nordica ergänzt die Strider Serie durch den neuen Strider Elite 130, der einen Großteil der unteren Schale der Speedmachine Alpinmodelle übernimmt und dadurch die Abfahrtsperformance weiter verbessern soll.

Rossingol
Rossignol setzt bei den Skischuhen weiter auf die Alltrack-Serie. Eine eher unwesentliche Neuheit ist hier, dass es jetzt Sets gibt, die designtechnisch von den Schuhen über die Ski bis hin zur Bekleidung farblich abgestimmt sind.

Roxa
Bei Roxa gibt es mit dem R3 ein neues Topmodell im Cabrio-Design. Der abfahrtsorientierte Schuh verspricht hohe Steifigkeit mit einem progressiven Flexund und kommt mit einem anpassbaren Innenschuh und den Cabrio-typischen drei Schnallen.

Scarpa
Scarpa bringt dieses Jahr zwar nichts neues im Kernbereich von PowderGuide, also den abfahrtsorientierten Skitourenschuhen, hat allerdings mit dem F1 LT einen der Bestseller der vergangenen Jahre, den F1, stark überarbeitet. Der neue F1 LT soll nicht nur bei den Aufstiegs- sondern auch bei den Abfahrtseigenschaften gegenüber dem F1 zugelegt haben und ist somit sicher eine interessante Neuerung bei Skischuhen in der 1kg-Klasse.

Scott
Auch bei Scott gibt es einen neuen Top-Schuh. Der Freeguide Carbon wiegt mit knapp 1500g nur minimal mehr als der Superguide, ist aber trotz der geringeren Anzahl an Schnallen das abfahrtsorientiertere Modell. Mit einer Flexangabe von 130, dem geringen Gewicht und dem guten Gehmodus sicher ein Schuh, den man in der nächsten Saison anprobieren könnte.

Tecnica
Bei Tecnica setzt man weiter auf die bewährte Cochise und Zero G Linien. Dabei wird sich zur kommenden Saison allerdings vor allem die Farbe ändern, während die Schuhe ansonsten prinzipiell gleich bleiben.

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