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Gear of the Week | Skischuh Booster Straps

Eine kleine Ausrüstungserweiterung mit großer Wirkung

23.12.2018

Der Booster Strap wurde 1999 von Ray Fougere erfunden und schnell bemerkten die Park- und Pipe-Skifahrer, dass der Strap die Skischuhrandprrellung stoppte. Heutzutage hat quasi jeder Skischuhhersteller seine eigene Straptechnologie verbaut, aber nichts geht über das Original.

Der Booster Strap wurde 1999 von Ray Fougere erfunden und schnell bemerkten die Park- und Pipe-Skifahrer, dass der Strap die Skischuhrandprrellung stoppte. Heutzutage hat quasi jeder Skischuhhersteller seine eigene Straptechnologie verbaut, aber nichts geht über das Original.

Als grobmotorischer Techniker und Kraftfahrer war es für mich jahrelang immer eine ziemlich Tortur, in gemischten Schneeverhältnissen oder im Verspurten zu fahren. Da ich eher steifere Skischuhe fahre, um einen massiveren Freerideski auch präzise führen zu können, musste ich vor allem bei Ermüdung mit dem sperrigen Material kämpfen. Sobald ich mangels Kraft keine gute Position auf dem Ski mehr hatte, bekam ich den harten Skischuhrand unvermittelt zu spüren. Die Schläge vom Boden wurden sehr direkt an Schienbein oder Wade übergeben.

Ähnliches passiert z.B. wenn man bei schlechter Sicht unterwegs ist. Man steht irgendwie etwas unsicher auf dem Löffel und erwartet den Schlag, den man bis in den oberen Rücken zu verarbeiten versucht. Seitdem ich die Booster montiert habe, ist damit Schluss.

Zusammengefasst ist der Booster Strap „nur“ ein elastischer Riemen, den man anstatt des Klettverschlussstraps um den Schaft des Skischuhs schnürt. Er dient dazu, das Flexverhalten der Vorlagebewegung im Skischuh direkter zu gestalten.

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Dieses "Nur" macht die Idee so genial. Der Booster sorgt dafür, dass der Skischuhschaft durchgehend direkten Kontakt mit dem Unterschenkel hat. Meine Position auf dem Ski ist sofort besser. Es gibt keinen digitalen Flex mehr. Man spürt jede kleine Änderung des Untergrundes ohne schlagartige Quittung des Körpers. Im Prinzip ist der Flexverlauf progressiver, aber nicht härter. Man merkt das Einsetzen der Vorlagenabstützung und kann gezielt mit dem Schienbein den Ski darüber führen und den notwendigen Krafteinsatz sehr gutmütig steuern. Es wird sportlicher, aber nicht anstrengender. Der Kraftaufwand ist aufgrund des satten Skischuhgefühls einfach geschmeidiger und nicht so abrupt. Also kann man besser und damit bald auch länger … Skifahren.

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Das nur bezieht sich auch auf die Konstruktion des Boosters. Es ist ein fester Gurt, der mit einer massiven Metallschnalle stufenlos festgezogen und somit vorgespannt wird. Im Aufstieg kann man mit einem kurzen Handgriff einfach den Gurt sehr weit offen lassen und somit ein störendes Herumbaumeln der Schnalle vermeiden. Für den flexenden Bereich bei der Skiführung in der Abfahrt ist der Gurt durch zwei bis drei elastische Gummibänder unterbrochen. Zwei für die weichere Variante, drei für die Variante Expert/Race oder Worldcup. Bei letzterem ist der elastische Bereich sehr kurz und vermutlich für die meisten Freerider schon zu ambitioniert. Man kann sich das Ganze wie ein adaptives Sportfahrwerk vorstellen und dieser kontrollierte Federweg gibt einfach viel Vertrauen. Rennprofis können mit ihrem körpereigenen, gezielt trainierten Fahrwerk natürlich mehr rausholen.

Für mich ist die Expert Variante sehr passend. Ich empfehle, hiermit anzufangen und wenn es wirklich noch zu steif ist, gegebenenfalls einen Streifen herauszuschneiden.

Der einfache Aufbau Schnalle+Gurt+Gummi hat dazu geführt, dass die Patentschrift des Erfinders sehr sicher war. Es konnte von keinem grossen Skischuhhersteller in Eigeninitiative nachgebaut werden. Oft gibt es vom Werk an den Rennschuhen ähnliche Konstruktionen, jedoch sind diese immer nur teilelastisch. Im Gummi ist dann ein durchgehender fester Bereich, der nicht flext. Und somit erkennt man bei genauem Hinsehen, dass auch die meisten Rennfahrer einen original Booster fahren, um den Schuh richtig ausnutzen zu können. Manche Hersteller nutzen das Originalpatent und kennzeichnen dies mit einem Powered by Booster Schriftzug. Das Patent ist nun bald fällig und es wird erwartet, dass die Sportartikelherssteller sich nahezu alle an dieser Erfindung bedienen. Solange das Patent gilt, ist das Ausrüstungsstück relativ zu seiner einfachen Konstruktion sehr teuer. Dafür gibt es aber quasi keine Abnutzungsverluste.

Der Einbau der Straps ist relativ einfach und wird, sofern der Strap im professionellen Einzelhandel erworben wird, auch dort übernommen, man muss halt beachten, dass die Metallschnalle auf dem Kunststoff und nicht auf dem Innenschuh aufliegt.

Ich nutze den Booster nun seit ca. 3 Jahren und er verwöhnt meine Waden und Schienbeine und macht meine Skitage einfach besser. Für mich nach passenden Skischuhen durch einen Bootfitter mit die grösste Equipmententdeckung.

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