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Gear of the Week | Praxis Powder Boards

Die Perfektion des Full Reverse Ski

17.02.2013

Am Anfang stand der seelige Shane McConkey, der, inspiriert durch Wasserski, die Skifirma Volant dazu brachte, den Spatula zu erschaffen. Den ersten Full Reverse Ski, der durchgehend negative Vorspannung und Taillierung hatte. Die unglaubliche Art, wie man mit diesem Prinzip im Powder Surfen konnte, hat schnell Aufsehen erregt und überzeugt. Nicht zuletzt, weil der Komiker Shane es auf die Spitze trieb und im MSP Film "Focused" mit zwei echten Sprung-Wasserski unglaubliche Alaska-Faces absurfte.

Doch aufgrund der mäßigen Allround-Eignung und katastrophalen Performance auf hartem Schnee hat sich der Volant Spatula nie aus dem Nischendasein emporgehoben, auch wenn der Grundstein zur Rocker-Revolution gelegt war. Zuerst mehr Erfolg hatte dann der K2 Pontoon mit seinem starken Rocker und Pintail-Shape, womit der Rocker Einzug in die Riegen der normaleren Ski hielt.

Das kompromisslose Konzept der Full Reverse Ski hatte und hat trotzdem noch immer seine Liebhaber. Wer einmal das Gefühl erlebt hat, wie sich ein Ski in steilen Pulverhängen bei hohen Geschwindigkeiten quer driften lässt – auch "slarven" genannt – will das Gefühl nicht mehr missen. So ging es auch Keith O'Meara, und nachdem das Experiment Spatula beendet war, fing er an, selber Ski zu bauen: Praxis Skis war geboren. Eine Skischmiede, die auf Handwerk setzt und alle Ski in den Sierra Nevada Mountains zuammenfügt. Und lange Zeit den einzigen Full Reverse, ja sogar Full Rocker Ski am Markt anbot, die Praxis Powder Boards.

Und diese Überzeugen voll. Zumindest die meiste Zeit, wenn man weg vom sorgsam gepflegten Pistenschnee oder den ganz harten Bedingungen bleibt. Dort geht nämlich nur eines: quer rutschen. Das aber mit erstaunlichen Geschwindigkeiten. Doch wer der Versuchung erliegt, normal aufkanten zu wollen, wird meist mit einem spöttisch lachenden "Timbeeer!" auf den Lippen seltsam passiv einfach umfallen.

Geht's aber in's Abseits, wird aus dem spöttischen Lachen schnell ein fettes Grinsen. Je Fluffiger der Schnee ist, um so breiter das Grinsen. Denn hier sind die Powder Boards voll in ihrem Element. Sie schwimmen sofort gnadenlos auf, ob 10 cm oder 1 m Neuschnee gefallen sind, lassen sich spielend leicht jederzeit andrehen und vor allem andriften und sind dabei extrem tempofest. Gerade das Andriften der Turns, das Slarven, macht den Spaß dieses Konzepts aus. Ein Surf-Feeling, wie es schlicht kein konventioneller Ski hinbekommt.

 

Dazu kommt, dass ihnen die Schneebeschaffenheit eigentlich völlig egal ist – zumindest, solange man noch einsinkt. Triebschnee, Winddeckel, Sonnenharsch oder richtig seriöser Bruchharsch – völlig egal. Mit Vertrauen und Speed heitzt man hinein, kann die Ski jederzeit kontrollieren, andriften und abbremsen. Die leichte Kontrollierbarkeit erlaubt, sehr lange Ski zu fahren und sehr zentral drauf zu stehen, so dass Abtauchen ausgeschlossen ist. Außerdem gelingt jede Landung fast von alleine. Eine echte Geländewaffe. Ohne Kompromisse. Und damit verdientes Gear of the Week.

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