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Gear of the Week | Erste-Hilfe-Tasche

Die meisten Erste-Hilfe-Taschen taugen nichts, aber es gibt gute. Diese hier…!

09.02.2014

Dass eine Tasche voller Erste-Hilfe-Equipment nicht von alleine zu helfen vermag, versteht sich von selbst. Und wohl jeder stimmt dieser Banal-Weisheit zu. Doch mal ehrlich: wie hoch bzw. wie gut schätzt du dein Erste-Hilfe-Know-how ein; auf einer Skala von 1 bis 10?

Der Schreiber dieses Gear of the Week ist ehrlich – und gibt sich selbst eine 4 (von 10) und das trotz regelmäßiger Fortbildungen (doch leider gibt es wenig, was ich derart schnell wieder vergesse). Das ist grenzwertig schwach, um in einem Notfall, in dem es um Leben und Tod geht, unter Zeitdruck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Insofern ist das die Einschränkung für dieses an sich geniale und eigentlich moralisch notwendige Produkt: eine Erste-Hilfe-Tasche mit sinnvollem Inhalt. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt die kritische Überprüfung fertig gepackter Erste-Hilfe-Taschen, die es auch von verschiedenen Outdoor-Anbietern gibt: Hauptsache die Tasche ist voll und macht einen irgendwie medizinischen Eindruck. Eine Schere, die schlecht schneidet, Pflaster, das nicht richtig klebt und ansonsten die üblichen, schlimmen Mullbinden, mit denen man im Ernstfall nicht viel machen kann, die aber mordsmäßig nach Erste-Hilfe ausschauen.

Doch es gibt Ausnahmen! Die Outdoorschule Süd – die sehr empfehlenswerte Erste-Hilfe-Ausbildungen unter Realbedingungen anbietet(!) – hat dieses sinnvolle Erste-Hilfe-Pack für Tatonka befüllt. Alle Inhalte sind konsequent nach notfallmedizinischen Gesichtspunkten ausgewählt und alles was drin ist, ist konsequent funktionell und hochwertig. Klar, das merkt man am Preis: Je nach Größe und Befüllung der Erste-Hilfe-Tasche kosten diese zwischen 40 bis über 90 Euro.

Gear of the Week ist die Tasche, weil ich sie schon lange habe und sie mir bei den wenigen Einsätzen gute Dienste geleistet hat. Die Tasche hält die Inhalte für den normalen Wintergebrauch lange trocken und schützt somit die Erste-Hilfe-Materialien gut.

Die Inhalte der Outdoor-Erste-Hilfe-Tasche

Am Beispiel des Modells Advanced
1 x Verbandpäckchen groß, Kompresse nichthaftend, 1 x Verbandpäckchen mittel, Kompresse nichthaftend, 1 x Verbandtuch 60 x 80 cm, 1 x Mittelzugbinde 8 cm, 5 x SAN Wundkompresse 10 x 10 cm, nichthaftend, 1 x Dreiecktuch (Viskose), 1 x Fixierpflaster 30 x 15 cm, 1 x Hansaplast Wundpflaster 50 x 6 cm, 1 x Rolle Sporttape 10 m x 2,5 cm, 5 x Compeed Blasenpflaster, 10 x Alkoholtupfer, 1 x Splitterpinzette 9 cm, 1 x Verbandschere gerade, spitz/stumpf, 3 Paar Vinyl-Handschuhe, 1 x flexibles Fieberthermometer NexTemp, 1 x SAM Splint-Schiene, 1 x Rettungsdecke 160 x 210 cm, 1 x Erste-Hilfe-Outdoor-Spickzettel, 1 x ChecklisteWer lange Touren macht und in Regionen jenseits der 112-Flugrettung-kommt-sofort unterwegs ist, der muss natürlich die Inhalte der Tasche an die individuellen Bedürfnisse (Vorerkrankungen etc.) und das jeweilige Tourenziel anpassen. Aber auch für solche Regionen hat man mit der Erste-Hilfe-Tasche einen sinnvollen Grundstock dabei. 

Alternativ kannst du dir selbst eine Tasche mit den hier abgebildeten Materialien zusammenstellen, allerdings wird das vermutlich eher teurer.

Doch bleibt’s bei der Einschränkung zu Beginn: ein fähiger Ersthelfer dürfte mit einer Tasche voller Erste-Hilfe-Schrott vermutliche Sinnvolleres zustande bringen, als ein total überforderter Kameradenretter, der nicht weiß, was er mit dem hochwertigen Erste-Hilfe-Material tun soll. Also, tut euch zusammen und engagiert einen fähigen Ausbilder und „opfert“ einen Tag für einen Erste-Hilfe-Kurs im Schnee. Teuer ist’s nicht, aber ganz sicher lehrreich. Und wenn man wirklich mal in einer lebensbedrohlichen Situation die richtigen Entscheidungen treffen kann, dann hat sich alles mehr als ausbezahlt. 

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