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Gear of the Week | Black Diamond Cirque 45

Vom dem Klettersport inspirierter, hoch technischer Skirucksack

07.01.2018

Ein Avalungkompatibler Skirucksack, der dem anspruchsvollen Skibergsteiger genügen soll, durch den Klettersport inspiriert wurde und auch freeridetauglich ist - geht das?

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Black Diamond Cirque 45 Pack

Ein Avalungkompatibler Skirucksack, der dem anspruchsvollen Skibergsteiger genügen soll, durch den Klettersport inspiriert wurde und auch freeridetauglich ist - geht das?

Zugegeben, als ich den Rucksack das erste Mal in der Hand hielt, wusste ich nicht viel damit anzufangen. Ja gut, es ist ein Rucksack mit 45 Liter Fassungsvolumen (es gibt ihn auch in 30 und 35 Liter), der gut zu komprimieren ist, einige Details aufweist und eine schöne Farbe hat. Für ausgedehnte Kletter-und Bergtouren kann ich mir diesen vorstellen, aber zum Freeriden und Skibergsteigen? Ich war höchst skeptisch, alleine schon wegen dem Verschlusssystem, dass je nach „Beladungszustand“ ja auch nicht ganz geschlossen ist. Und das in Kombination mit Schnee...?

Aber jetzt erst mal der Reihe nach, zuerst muss das gute Stück angeschafft werden. Der UVP liegt bei 180 EUR, was für einen Rucksack dieser Qualität nicht ungewöhnlich ist.

Obwohl der Rucksack auf Leichtigkeit (ca 1 Kg bei Grösse L) ausgelegt ist, macht das Material bisher einen robusten und stabilen Eindruck (Material Dynex 210d + PE 200d). In der Vergangenheit habe ich schon schlechte Erfahrungen mit den sogenannten „Leichtgewichten“ gemacht. Details, wie eine Hüftgurttasche und eine Materialschlaufe, sind ebenfalls vorhanden und wurden nicht aus Gewichtsgründen wegrationalisiert.

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Black Diamond Cirque 45 Pack

Das Tragesystem ist durchdacht und ich finde den Rucksack angenehm zu tragen, sowohl voll beladen als auch an Freeridetagen. Das Rückenteil ist ohne Struktur, um dem Powder keinen Raum zum Festsetzen zu bieten. Kann man mögen oder nicht. Kritiker könnten sagen, dass er nicht so atmungsaktiv ist, wenn er am Rücken „klebt“. Ich konnte dies aber bisher nicht feststellen. Die Träger, bzw deren System, rufen sich „Swing Arm“ und bieten größtmöglichen Bewegungsspielraum, unterstützt durch die elastischen Einsätze unten am Trägeransatz.

Das Sicherheitsequipement lässt sich gut verstauen und hat ein eigenes Fach (vorne integriert im Hauptfach). Für den Schaufelstiel und die Sonde gibt es in diesem Fach eine extra „Tasche“, sodass diese nicht umherfliegen. Meine Sonde misst verstaut 52 cm und hat im Rucksack ausreichend Raum.

Wie oben beschrieben lässt sich der Rucksack gut komprimieren, so dass auch einem Freeridetag nichts im Wege steht. Auch wenn ich seine Stärke und den Haupteinsatzbereich bei Mehrtagestouren sehe. Im „Deckel“ außen befindet sich eine kleine Tasche, in die allerhand Kleinkram wie Sonnenbrille, Taschentücher, Sonnencreme, Messer, usw. reinpasst. Die Skibrille würde ich dort nicht unbedingt reinpacken, da sie ein wenig zu groß und unflexibel ist und sich somit der Rucksack nicht mehr richtig schließen lässt.

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Wenn wir schon beim Schließen, bzw. Öffnen sind: hier hat sich Black Diamond mit dem einzigartiger CINCH-Verschluss, der mit einem Zug öffnet und schließt, etwas Besonderes überlegt. Ich fand das System erst etwas gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile praktisch. Das Zugband habe ich immer versucht gut zu verstauen, da es sonst bei Treeruns unter Umständen eine unschöne und ungewollte Vollbremsung geben könnte.

Zudem gibt es für den schnellen Zugriff einen Reißverschluss an der Seite. Der Deckel wird nach dem Schließen drübergelegt und durch die große, graue Lasche fixiert. Diese ist natürlich auch praktisch, um ein Seil zu fixieren. Wo das Seil im Winter zum Einsatz kommt, ist das Eisgerät meist nicht fern. Davon lassen sich zwei ebenfalls sicher und einfach zugänglich verstauen. Kommen die Eisgeräte zum Einsatz, kommen die Skier des Öfteren an den Rucksack. Dies geschieht durch die verstaubaren Befestigungsmöglichkeiten für Ski (diagonal und A-frame), genauso gibt es eine verstaubare Helmbefestigung.

Fazit

Ein durchdachter, gut zu tragender Rucksack, der seine stärken im alpinen Skibergsteigen hat, aber sich auch auf einen Freeridetag freut.

Link zum Hersteller

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Kommentare
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powderhousen 08.01.2018 | 08:42 Uhr

Hallo earlyup,

vielen Dank für deine wertvollen Ergänzungen. Wie du auch schreibst, geht das Einsparen von Gewicht eben immer auf Kosten von etwas anderem, in diesem Fall der Langlebigkeit. Gerade wenn das gute Stück so viel im Einsatz ist wie bei dir, was es ja auch sein sollte:-)
Weiterhin gute und save Touren
PowderGuide

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earlyup 07.01.2018 | 22:14 Uhr

Eine Ergänzung zur Robustheit:

Ich habe diesen Rucksack (35L) im vergangenen Frühjahr so gut wie jeden Tag meist im vergletscherten Gelände eingesetzt. Insgesamt etwa 50 Skitage. Mit dabei war immer die gesamte Sicherheitsausrüstung: D.h. am Rucksack waren immer mind. 1 Pickel. Zusätzlich befestige ich meine Eisschrauben mit einen Schnappkarabiner jeweils links und rechts am unteren Ende des Schultergurtes. Häufig ergänzt durch 1-2 Schlingen/Reepschnur, ebenfalls an einem Schnapper aufgenommen, direkt daneben. Eine persönliche Vorliebe, da ich es von der Position her angenehmer beim Skifahren finde, als weiter unten am Anseilgurt. Im Rucksackinneren sind immer ohne Packsack die Steigeisen, machmal auch die Harscheisen.

Ich habe den Rucksack dann zum Saisonende reklamieren müssen, weil ein Schultergurt begann oben an der Naht auszureißen!
Bei der Begutachtung sind dann -bedingt durch meine Art der Verwendung- weitere Mängel aufgefallen, die ich aber in Kauf genommen hätte: An den Seiten war das Matariel ausgedünnt, aufgeraut und mit leichten Schnitten versehen, bedingt durch den Kontakt mit den Kanten der Ski, die im Aufstieg häufig als "A" an den Rucksack kamen. Auch kleinere Löcher gabs, da wo Steigeisen gedückt haben (Mein alter BD Outlaw war hier sehr viel robuster - und natürlich schwerer). Der Stoffüberzug des "Swing-Arm" Schultergurtes war unten komplett durchgerieben, sodass die beweglichen Schnüre zum Vorschein kamen. Das war bedingt durch die zweckentfremdung zur Materialbefestigung... werde ich in Zukunft vorher tapen. Durch das viele Ablegen des Rucksacks auf Felsen oder am Lift, war der Oberstoff des Sicherheitsfachs für Schaufel und den Kram auch schon ausgedünnt und mit kleineren Löchern übersehen. Der Stoff war insg. auch schon etwas ausgeblichen. Über diese Mängel will und habe ich mich nicht beschwert! Man sollte sich nur bewusst sein, dass es eben ein durchaus leichter und minimalistischer Rucksack, aus einwandig, dünnem Stoff ist!

Der Rucksack wurde wegen dem angerissenen Schultergurt anstandslos erstattet/ersetzt. Habe jetzt einen neuen in Verwendung, da ich ihn sehr bequem und das Konzept nach wie vor richtig gut finde. Weniger ist mehr.