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Gear of the Week | BD/Pieps HUAB

Lawinensicherheit der Zukunft | Ein Blick hinter die Mattscheibe

01.04.2015

 

Zu dieser Zeit des Jahres werfen wir ja gerne einen Blick hinter die Kulissen, öffnen den Ofen der Gerüchteküche, lassen die Katze aus Schrödingers Kiste. Dieses Mal blicken wir in die Tüftlerwerkstatt der Firma Pieps, die sich das Ziel gesetzt hat, Lawinensicherheit auf das nächste Level zu heben und den lang ersehnten Technikquantensprung einzuleiten. Das HUAB/IMAWS-System, an dem man derzeit arbeitet, könnte Lawinenprävention und -rettung revolutionieren.

Seit man zum Konzern Black Diamond gehört, ticken die Uhren etwas anders im österreichischen Traditionsunternehmen Pieps. Vor allem aber profitiert man von multinationalem Denken und den Know-How Ressourcen aus breiten Unternehmenssparten. So ist es nicht verwunderlich, dass man die neue Kooperation der Konzernssparten zu einer wahren Technikoffensive nutzt. Zwar hatte Pieps immer mal wieder Innovationsschübe, aber nach dem herben Rückschlag mit dem Vector LVS, dass einen neuen Standard in der Verschüttetensuche setzen sollte, war man vorsichtig geworden. Doch aus den Fehlern der Vergangenheit hat man gelernt und mit dem Mutterhaus Black Diamond im Rücken geht man nun gewagte, offensive Projekte an.

Und diese sehen nichts anderes vor, als die Lawinenverschüttetensuche zu revolutionieren. Und dabei die Prävention im Rahmen des lokalen Filters des 3x3-Beurteulungssystems gleich mit. Hierzu ist man eine technische Partnerschaft mit der Firma Recon Instruments, dem Martkführer im Bereich Heads-up-Displays – oder kurz HUDs – eingegangen, mit dem anspruchsvollen Ziel, das LVS komplett in die Goggle zu integrieren. Intern benutzt man für das Projekt das Kürzel HUAB (Heads Up Avalanche Beacon), ob es aber auch unter dieser Bezeichnung auf den Markt kommen wird, ist noch nicht bekannt.

Das Ziel ist es, dass man das LVS bedienen kann, ohne jemals die Hände benutzen zu müssen. Die eigentliche Rechnereinheit wird in einer Black-Box im Rucksack integriert und speist über ein Kabel das HUD in der Brille, das beim fertigen Produkt direkt in das Auge projizieren soll, ähnlich wie bei der Glass-Datenbrille von Google. Natürlich in einer Rechts- und Linksversion, je nachdem welches das dominante Auge ist. Das Pilotprojekt arbeitet noch mit dem Recon-typischen kleinen Bildschirm am unteren Brillenrand, allerdings in leicht größerer Version.

Die Bedienung erfolgt einerseits über ein kleines Keypad, das man sich an den Unterarm oder z.B. Brustgurt des Rucksacks schnallen kann oder über ein zweites, identisches Keypad an der Seite der Brille, aus Redundanz- bzw. Sicherheitsgründen. Andererseits werden einfache Funktionen über Blinzelbefehle eingegeben. So erfolgt das Umschalten in den Suchmodus einfach, indem man dreimal lang, dreimal kurz, dreimal lang mit den Augenlidern blinzelt – das internationale SOS-Signal.
Auch bei der Technik gibt es bahnbrechende Neuerungen. Man will das Gerät mit den Jetforce Lawinenairbag-Rucksäcken kombinieren, so dass man auf für ein LVS gewaltige Batteriekapazitäten zugreifen kann, und somit schlussendlich außergewöhnliche Rechenpower verwenden kann. Durch die feste Integration in den Rucksack kann man auch die Antennen im Verhältnis zu althergebrachten LVS riesig gestalten und im Rucksack integrieren, so dass ungeahnte Reichweiten und Präzision realisierbar sein sollen. Man erforscht momentan noch zwei Designs, einmal in den Rahmen des Rucksackes integriert und einmal die Antennen in Brust- und Schultergurten. Massive Prozessorleistungen sowie bessere Integriermöglichkeiten einer GPS-Antenne z.B. im Rucksackdeckel lassen auch das Prinzip des alten Vector, GPS-unterstützte Verschüttetensuche realisierbar werden und versprechen blitzschnelle Berechnung und Darstellung aller Daten während des gesamten Suchvorgangs.

Doch nicht nur die Partnerschaft mit Recon Instruments ist vielversprechend. Man hat beim HUAB Projekt Nägel mit Köpfen gemacht und Spezialisten von Activision Activision eingekauft, der Softwareschmiede, die u.a. mit dem Egoshooter Far Cry berühmt geworden ist. So sichert man sich das beste Know-How im Bereich HUD Graphics und Design. Zusätzlich hat man einige der Videospezialisten der gescheiterten russischen Lawinensicherheitsfirma  Poweronov mit ins Boot geholt, die vor allem an einer zweiten Ausbaustufe des Projektes arbeiten sollen. Hier will man eine vor der Brust montierte POV-Kamera nutzen, um sicherheitsrelevante Daten direkt in die Goggle einzuspielen. So sollen z.B. Hangneigung und -Exposition ständig dargestellt werden, aber auch eine grafische Überlagerung mit Gefahrenstellen sowie eine Hilfestellung zur Linienwahl sind im Entwicklungsprogramm. Dieses IMAWS (Integrated Mountain AwarenesS) genannte System stellt eine noch nie da gewesene Neuentwicklung im Bereich integrativen Risikomanagements dar und soll den Fahrer mit allen relevanten Informationen versorgen, um das Risikomanagement optimal, schnell und effizient zu handhaben.

Sollte Black Diamond im Hause Pieps dieses Projekt erfolgreich zur Marktreife bringen, dürfte das einen Quantensprung im Lawinensicherheitsmarkt darstellen. Wir sind gespannt, was die Zukunft bringen wird und unterstützen jede Maßnahme, die hilft, die Zahl der Lawinenopfer zu reduzieren. Natürlich werden wir alle Hebel in Bewegung setzen, um das HUAB für euch vorab testen zu können. Man muss sich allerdings die Frage stellen, ob so viel Technik nicht irgendwann zu viel ist. Und ab wann Freeriden dann nicht mehr wirklich frei ist...

 

Kommentar: Den meisten Lesern wird sicher nicht entgangen sein, dass es sich bei diesem Artikel um unseren diesjährigen Aprilscherz handelt, der schon fast zur Tradition geworden ist. Falls jemand wirklich geglaubt hat, dass BlackDiamond und Pieps an einem solchen Gerät arbeiten, möchten wir uns für diesen in unseren Augen unschuldigen Scherz entschuldigen, hoffen aber, dass wir dem ein oder anderen den Tag erheitern konnten. Falls es euch gefallen hat, schaut euch auch unsere vorigen Aprilscherze an, die ihr in der Liste der weiterführenden Artikel findet.

Und wer weiss schon, wie weit wir wirklich von der Wahrheit entfernt waren? Vielleicht arbeiten die genannten Firmen ja tatsächlich an etwas ähnlichem –auch wenn wir nichts davon wissen. Wir trauen ihnen auf jeden Fall das Potential zu, weiterhin mit bahnbrechenden Entwicklungen den Markt zu bereichern.