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Das Schichten- oder Zwiebelprinzip

Wie funktioniert Funktionsbekleidung??

01.11.2008

Funktionelle, hochwertige Kleidung ist für Wintersportler essentiell: Kälte, Nässe, stundenlange körperliche Anstrengung. Man schwitzt, obwohl das Thermometer -20° anzeigt. Man möchte trocken bleiben. An Wintersport-Kleidung werden hohe Anforderungen gestellt . Wie zieht man sich an einem Tag, an dem man in der Kälte Sport treibt an?

Das Schichten- oder Zwiebelprinzip

Das wohl wichtigste für einen Wintersportler ist die Kleidung. Wie zieht man sich an einem Tag, an dem man in der Kälte Sport treibt an? Man schwitzt und möchte doch trocken bleiben. Dank der neuen Materialien ist warmer Wintersport möglich.

1. Funktionsunterwäsche (Wolle oder Kunstfaser): sorgt für Schweißabtransport und Wärme-Isolation.

2. Microfleece: Transportiert zuverlässig die Körperfeuchtigkeit nach außen.

3. Wärmefleece: Wärme-Isolation und weiterer Abtransport von Feuchtigkeit

4. Die Firewall: Hard- und Softshelljacken, die vor Regen, Schnee, Wind schützen.

Die Atmungsaktivität

Atmungsaktivität bedeutet nicht, dass Kleidung aktiv atmet. Aufgrund von Unterschieden in der Temperatur (°C) und relativen Luftfeuchtigkeit (%) werden physikalische Ausgleichprozesse in Gang gesetzt, die diese Ungleichgewichte beseitigen wollen. Wenn wir draußen in der Kälte Sport treiben, erhitzt sich die körpernahe Umgebung unter der Kleidung. Es herrschen Temperaturen von ca. 35°C und 100% relativer Luftfeuchtigkeit (Schweiß). An einem typischen Wintertag in den Alpen ist die Temperatur weit unter dem Gefrierpunkt. Da die obengenannten Prozesse ein Gleichgewicht herstellen wollen, muss sowohl die körpernahe Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit reduziert werden. Dies funktioniert nur, wenn die Kleidung den Wasserdampftransport ermöglicht. Wenn das so ist, sprechen wir von Atmungsaktivität. Wie die Textilien aufgebaut werden müssen, erfahrt ihr später.

Die Wasserdichte in mm-Wassersäule

Zunächst der Begriff "mm-Wassersäule". Wenn ein Messzylinder 10 cm hoch mit Wasser gefüllt ist, spricht man von einer 100 mm hohen Wassersäule. Auf den Boden des Messzylinders übt diese Säule einen bestimmten Druck aus: Je höher die Wassersäule, desto höher der Druck.

Nun zur Wasserdichte. Laut DIN-Norm ist ein Stoff wasserdicht, wenn er dem Druck einer 1300 mm hohen Wassersäule standhält, ohne auch nur einen Tropfen durchzulassen. Der Test: Es wird ein Messzylinder ohne Boden mit 10 cm Durchmesser benötigt. Man spannt ein Materialstück über diese Öffnung und füllt den Zylinder 1300 mm hoch mit Wasser. Hält der Stoff das Wasser zurück, so ist es (nach DIN-Norm) wasserdicht. Bei Funktionsjacken und -Hosen sind Werte zwischen 10.000 mm und 20.000 mm keine Seltenheit. Die Höhe der Wassersäule beschreibt also die Dichtigkeit der Stoffe.

Membranen und Beschichtungen

Diese Materialien sind die Firewall, die unsere Temperaturhülle beim Wintersport im grünen Bereich halten können. Als Membranen, z.B. Gore-Tex®, Sympatex® oder als Beschichtung z.B. Hyvent®, Texapore® werden diese in die Kleidung eingearbeitet.

Membranen und ihr simples Funktionsprinzip

Man stelle sich ein herkömmliches Puderzuckersieb vor. Nur der feinste Zuckerstaub kommt durch. Klumpen haben keine Chance! So auch bei den Materialien. Sie sind porös. Die Poren sind groß genug, dass Wassermoleküle (Dampf/Schweiß) ohne weiteres durchpassen. Die Wassertropfen (Wassermolekül-Klumpen) hingegen, sind schlicht und ergreifend viel zu groß, um durchzusickern.

Wissenswertes: Wasser im flüssigen Zustand ist ein Wassermolekül-Klumpen. So genannte Wasserstoffbrücken halten die Moleküle zusammen. Diese Brücken sind so stark, dass man selbst durch "normales" Pressen die Tropfen nicht durch die Membran bekommt. Nochmals die Erinnerung an den Druck der Wassersäule.