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TV Tipp: Als unsere Berge das Skifahren lernten

Der Englische Garten als Wiege der bayrischen Skikultur

17.12.2015

Angesichts der Normalität, mit der Menschen aus ganz Europa heute Wintersport in den Alpen betreiben, ist es immer wieder verwunderlich, dass der Beginn dieser Bewegung erst rund 100 Jahre zurückliegt. In einer sehr sehenswerten, zweiteiligen Dokumentation präsentiert Katharina Schickling die wechselhafte Geschichte des Skilaufs in Bayern, welche repräsentativ für den dramatisch veränderten Umgang mit den winterlichen Bergen steht.

Anhand des Geschwandtnerhofs bei Garmisch wird verdeutlicht, wie die eigentlich schlechte Lage hoch oben am Berg – hier wohnten ursprünglich die ärmsten Bauern - durch eine Veränderung des Weltbilds und der damit zusammenhängenden Veränderung des Wirtschaftskreislaufs plötzlich eine besonders exklusive Lage innehatten. Wer die Potentiale der neuen Wirtschaftsform Tourismus rechtzeitig erkannt hatte, konnte damit schnell der Armut entrinnen.

Und – wer hätte gedacht, dass der Monopteros Hügel im Englischen Garten in München als erstes „Skigebiet" Bayerns fungiert hat? Aus Angst vor Spott übten die ersten Skifahrer des Nachts, was die Münchner Ordnungshüter auf den Plan rief und das neuartige Sportgerät kurzerhand verbot– in München herrschte halt auch vor 100 Jahren schon Zucht und Ordnung.

40 Reichsmark – ein halbes Monatsgehalt – kostete eineFahrt auf die Zugspitze. Beförderungshilfen waren in dieser Zeit ein Luxus der wohlhabenden Schichten.

Wer nun neben den ganzen neuen Filmtrailern Lust bekommen hat, sich mittels historischer Filmaufnahmen und Zeitzeugenberichte auf eine Kulturgeschichte des Skilaufs einzulassen, dem sei die zweiteilige Dokumentation dringend empfohlen. Noch bis morgen in der 3Sat Mediathek:

Teil 1

Teil 2