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Abenteuer/Reisen
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Winterwonderland Lappland

Entschleunigt skifahren, saunieren, Nordlichter suchen und so viel mehr im eisig schönen Norden Finnlands

03.12.2018

In den letzten Jahren festigte sich das Gefühl, dass Winter mit spätem Start und wenig Niederschlag immer mehr zur Normalität werden. Tief verschneite Landschaften wurden zunehmend zu schönen Erinnerungen und weniger zu einer jährlich wiederkehrenden Freude. Sehnsüchtig sucht man also Reiseziele mit Schneesicherheit, auch abseits der Kunstschneepisten. Bei winterlichem Klima von Oktober bis April mit Temperaturen von bis zu -30°C und ausreichend Schneefall wird man im finnischen Lappland fündig.

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Lukas Zoegernitz
Betty Larl
terrainSaariselkä

In den letzten Jahren festigte sich das Gefühl, dass Winter mit spätem Start und wenig Niederschlag immer mehr zur Normalität werden. Tief verschneite Landschaften wurden zunehmend zu schönen Erinnerungen und weniger zu einer jährlich wiederkehrenden Freude. Sehnsüchtig sucht man also Reiseziele mit Schneesicherheit, auch abseits der Kunstschneepisten. Bei winterlichem Klima von Oktober bis April mit Temperaturen von bis zu -30°C und ausreichend Schneefall wird man im finnischen Lappland fündig.

Die Winter in Lappland sind lang, kalt und dunkel. Auf den ersten Blick nicht gerade eine einladende Kombination. Auf den zweiten Blick schafft dieses Klima jedoch eine zauberhafte Atmosphäre: Der lange Winter taucht Bäume und Seen in eine beachtliche Schneedecke, die kalten Temperaturen formen überall Eis- und Schneekristalle und die unendlich scheinenden Sonnenauf- und Sonnenuntergänge lassen die weiße Landschaft in Pastellfarben schimmern. Ein perfekter Rahmen, um gemütlich die Vorzüge des Winters auf Ski, Schlitten, vor dem Kamin oder in einer der hausüblichen Saunen zu genießen.

Fjells und Tunturi als Reiseziele

Ganz im Norden Skandinaviens, begrenzt von Norwegen und Russland, liegt der finnische Teil Lapplands. Die Landschaft ist von Nadelwäldern und Seen geprägt, aus denen sich vereinzelt ein sogenannter Fjell erhebt. Als Fjell werden in Skandinavien Berge oder Hochflächen oberhalb der Waldgrenze bezeichnet. Treten diese als runde Inselberge auf, nennen sie die Finnen Tunturi. An diesen Erhebungen haben sich im extrem dünn besiedelten Lappland touristische Zentren entwickelt. Leben sonst in Lappland nur 2 Personen auf einem Quadratkilometer (außerhalb der wenigen Städte geht diese Zahl gegen 0) herrscht dort geschäftiges Treiben und man findet ausreichend Infrastruktur, um alle Bedürfnisse eines Winterurlaubs zu befriedigen.

Auch wenn es in den touristischen Zentren, wie Levi oder Saariselkä, ausreichend öffentliche Verkehrsmittel gibt, um von A nach B zu kommen, empfiehlt es sich, gleich am Flughafen ein Mietauto zu nehmen. Die schöne Landschaft lädt zu kleinen Ausflügen ein (z.B: ins Museum Siida nach Inari) und Tagesausflüge in Skigebiete werden so auch möglich. Auch die Suche nach den Nordlichtern gestaltet sich mit dem eigenen Auto deutlich einfacher und entspannter als in den geführten Touren. Außerdem hat man mit dem eigenen Auto mehr Chancen, eine Aurora zu erwischen! (...und mit den gesparten Kosten für die Touren ist das Mietauto auch oft fast schon bezahlt.) All zu viele Gedanken über extreme, winterliche Fahrverhältnissen braucht man sich ebenfalls nicht machen: Die Mietautos renommierter Anbieter sind üblicherweise mit sehr guten Winterreifen ausgestattet und auch das Starten bei unter -20 °C funktionierte überraschenderweise immer. Nach anfänglicher Vorsicht begeistert die trocken-kalte Schneefahrbahn bald und man tut gut daran, den anfänglichen Respekt vor den Straßenverhältnissen nicht in Übermut umschwenken zu lassen. In jedem Fall sollte man auf die vielen frei laufenden Rentierte aufpassen, die oft scheinbar aus dem Nichts die Straßen queren.

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Betty Larl
Lukas Zoegernitz
terrainFinnland

Gewohnt wird im finnischen Winterurlaub in einem Mökki, dem typischen Ferienhaus der Region. Angeboten werden zwar auch klassische Hotels, wer jedoch authentisch urlauben will, mietet sich ein Mökki. Die kleinen Häuschen stehen meist relativ frei im Wald und sind oft mit Holzofen und eigener Sauna ausgestattet. Heizt man nach einem aktiven Tag in der Kälte dann erst mal Ofen und Sauna ein, hat man oft auch schon die Weichen für das entspannte Abendprogramm gestellt.

Es mag jetzt vielleicht der Anschein entstehen, es bestünde die Gefahr, dass trotz Winterlandschaft und eigener Sauna dann doch irgendwann Langeweile aufkommen könnte. Aber weit gefehlt! Saariseklä und Levi bieten unzählige Aktivitäten: Beide Orte verfügen über Skigebiete, die zwar unterschiedlicher kaum sein könnten aber dennoch beide alles bieten, was ein guter Skitag braucht. Levi, auch bekannt durch den traditionellen ersten Slalom der Saison im alpinen Skiweltcup, ist ein modernes Skiresort, dass den Vergleich mit den großen Namen in den Alpen nicht scheuen braucht.

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Lukas Zoegernitz
terrainLevi Lappland

Die Skigebiete: Levi und Saariselkä

Auf allen Seiten des für die Region typischen Inselberges bringen 27 moderne Liftanlagen Menschen zu beeindruckenden Funparks, breiten Pisten und Variantenabfahrten. Auf Grund des wenigen Tageslichts im Winter ist der Großteil der Pisten beleuchtet und die dadurch ermöglichten Öffnungszeiten von 09:30 bis 19:00 werden deine Skikondition auf die Probe stellen!

Saariselkä, das sich selbst als das nördlichste Skigebiet Europas bezeichnet, ist ein kleines, familiär anmutendes Skigebiet, das an neuseeländische Clubfields erinnert. Die Möglichkeiten, die einem die sechs Lifte eröffnen, wirken auf den ersten Blick überschaubar, doch die kalten Naturschneeabfahrten begeistern bereits nach wenigen Schwüngen und schnell ist man in einer “einmal geht’s noch” Schleife gefangen, die oft nur die eisige Kälte oder der Liftschluss brechen kann. Gut, dass zum Aufwärmen das skigebietseigene Bistro mit dem von den Finnen so heiß geliebten Filterkaffee und Selbstgebackenem einlädt.

Ein kleiner Tipp: nach einem Skitag bei unter -20° solltet ihr euch etwas aufwärmen gehen, bevor ihr versucht, die Skischuhe auszuziehen. So mancher ist schon daran gescheitert, sich seine Skischuhe am Parkplatz auszuziehen.

Auch wenn die Schneebedingungen sehr einladend sind, sind die Varianten- und Tourenmöglichkeiten im Vergleich zu den Alpen oder anderen Gebirgsketten eingeschränkt. Die Form der Erhebungen in Lappland mit flachen Gipfeln über der Baumgrenze und steilen Hängen mit dichter Bewaldung bieten einfach vergleichsweise weniger gutes Freeridegelände. Wichtig ist auch zu wissen, dass unter Ski-Touren in Lappland meist Wanderungen mit einer Art breitem Langlaufski verstanden werden. Solltet ihr dennoch an Varianten und Touren denken, solltet ihr entsprechendes Lawinen Know-How mitbringen, denn die aufbauende Umwandlung kann bei diesen extremen Temperaturen zu gefährlichen Schwachschichten führen.

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Lukas Zoegernitz
terrainLappland
Langlauf- und schlittenparadies

Lappland ist natürlich ein Mekka für Langläufer und 230 km Langlaufloipen in Levi und 200 km in Saariselkä sowie eine Saison von Oktober bis Mai sollten Ansporn genug sein, die fetten Freerideski einmal gegen die schmalen Langlaufski zu tauschen. Die Loipen verlaufen meist nahe an den Siedlungen der Mökkis und so kann man vor der eigenen Haustür die Ski anschnallen und seine Runden in der stillen Kälte drehen. Entlang der Loipen befinden sich immer wieder kleine Hütten, bei denen man sich am Lagerfeuer aufwärmen und stärken kann.

Wer eine Auszeit von der ganzen behaglichen Stille braucht, der kann sich in Lappland auch mit Motorschlitten austoben. Alleine rund um Levi gibt es 886 km gewartete Motorschlitten-Strecken. Anbieter wie Kinos Safaris in Levi bieten unterschiedlichste geführte Touren zu Zielen in der Umgebung, aber auch den reinen Verleih der Motorschlitten. Die Touren sind ein guter Einstieg, wenn man sich an die Schlitten gewöhnen und einfach die Gegend genießen möchte, ohne sich über den Weg Gedanken zu machen. Das Handling der Schlitten ist aber auch nicht allzu schwer und um den Preis von zwei Plätzen auf einer geführten Tour kann man auch einen Zweisitzer-Schlitten für einen ganzen Tag mieten. Ein Führerschein für PKW ist ausreichend und die Verkehrsregeln sind überschaubar (Geschwindigkeitslimit und Verkehrszeichen beachten). Egal für welche Form man sich entscheidet: nach dem man sich auf das Fahrverhalten eingelassen hat, macht die Beschleunigung der Schlitten schnell süchtig und beim Absteigen träumt der ein oder andere oft davon, mit den Schlitten (illegalerweise) neben den Strecken im Powder zu spielen.

Fast unzählig scheinen die sonstigen Angebote, die von beschaulichen Schlittenhundetouren über verschiedenste mehr oder weniger naturnahe “Safaris” zu Rentierfarmen oder traditionellen Siedlungen bis hin zu spaßigen Aktivitäten im Schnee wie “Tobogganing” gehen. Viele der Aktivitäten zielen auf die vielen “Schneetouristen” aus Asien, Italien und Frankreich ab und sind entsprechend touristisch ausgerichtet. Eine Schlittenhundefahrt vermittelt jedoch eindrücklich die körperliche Leistung, die die Hunde in diesem Klima leisten, auch wenn die Haltung der vielen Hunde bei großen Anbietern lieder etwas industriell anmuten kann. Ohne ins Grübeln zu kommen, kann man Tobogganing versuchen. Grundsätzlich geht es hier ums Schlittenfahren mit Liftunterstützung. Mit den Schlitten, die eher an Kunstoff Barren erinnern, wird dann eine mehr oder weniger präparierte Strecke hinunter gerast. Und das macht ordentlich Laune.

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Levi Tourist Office Ltd
terrainLevi

Und was gibts zu essen?

So viel Aktivität macht dann auch hungrig. Kulinarisch ist die Bandbreite in in den touristischen Zentren gewohnt groß. Das Preisniveau ist, wie überall in Skandinavien, eher hoch. Entgehen lassen sollte man sich die lokale Küche aber nicht! Die Preise sind zwar gehoben, aber die Qualität stimmt allemal. Wild, wie Rentier oder Schneehuhn aus der Region, mit Wurzelgemüse ist eine seltene Spezialität, und auch die nahe arktische See hat bereits Einfluss auf die Küche. Aber auch die VegetarierInnen werden köstlich verpflegt, sei es mit interessanten “Getreide-Risotti” oder mit gekonnt angerichteten Gerichten aus Wurzelgemüse. Empfehlenswert ist die Auswahl an regionalen Speisen und arktischen Meeresfrüchten im King Crab House in Levi.

Lappland wird auf Grund seiner Geografie zwar nie eine der Top Freeride Destinationen werden, ist aber bereits eine Top Destination für Winterurlaub im weitesten Sinn. Falls ihr euch also einmal auf einen Winterurlaub einlassen wollt, der aus mehr als langen Variantenruns in extremem Gelände und den immer gleichen Aprés Ski Angeboten besteht, seid ihr in Lappland bestens aufgehoben. Die zauberhafte Winterlandschaft zieht einen schnell in ihren Bann und Skitage abwechselnd mit den vielen anderen Aktivitäten lassen nie Langeweile aufkommen. Habt ihr dann noch das Glück, in der Sauna oder vor dem Kamin eures Mökkis über die Schönheit der gerade beobachteten Nordlichter philosophieren zu können, wird euch dieser Winterurlaub auch ohne Endless Powder Runs in bester Erinnerung bleiben.

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Lukas Zoegernitz
terrainSaariselkä

Reisezeit:
Dezember und Januar sind die dunkelsten Monate. Vor Weihnachten wird die Region gern von Santa Claus Touristen besucht und sowohl Weihnachtsferien und Winterferien in Skandinavien sind traditionell gut gebucht und damit voller und teurer. Als Reisezeit empfiehlt sich daher die zweite Januarhälfte bis zum Beginn der Winterferien Mitte Februar. Die Region ist zwar lange in das Frühjahr hinein schneesicher, jedoch wirkt mit den zunehmend längeren Tagen und wärmeren Temperaturen das Winterwonderland etwas weniger verzaubert.

Anreise:
Lufthansa fliegt an Samstagen direkt von Frankfurt nach Ivalo ganz im Norden Lapplands. Mit entsprechenden Verbindungsflügen erreicht man Ivalo daher mit einmal Umsteigen von vielen deutschsprachigen Flughäfen um ca. 300 €. Das etwas weiter südlich gelegene Kittilä wird immer Samstags direkt von München von Lufthansa angeflogen. Von Ivalo erreicht man das nächstgelegene Skiresort Saariselkä in ca. 30 Minuten mit dem Auto. Die gleiche Zeit braucht man vom Flughafen Kittilä zum nächstgelegenen Skiresort Levi.

Unterkünfte:
Mökkis (Ferienhäuser) lassen sich einfach über verschiedene Online Plattformen buchen und kosten für 4-6 Personen in schöner Ausstattung ca. 600 € in der Nebensaison. Die günstigsten Preise haben wir direkt über die Buchungsplattformen der Touristeninformationen der jeweiligen Orte gefunden.

Aktivitäten:

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