22.02.2017

WetterBlog 17 2016/17 | Turbulentes Faschingswetter

Eine Serie von Tiefs beschäftigt die Alpen und bringt stark wechselhaftes Wetter.

Aussichten: Warm, Kalt, Schnee, Regen, Sonne, Gewitter - Die Faschingstage haben es in sich. Eingebettet in eine windige Westströmung steuern in rascher Folge mehrere kleine Tiefs auf die Alpen zu. Nach Kälte und Neuschnee bis in einige Tallagen am Freitag wird es rasch wieder milder.

Aktuelle Lage

Auf ein Kaiserwetterwochenende (sogar mit ein bisschen Neuschnee) folgte zum Wochenanfang ein allmählicher Wetterumschwung. Am gestrigen Dienstag brachte eine Warmfront mildere Temperaturen, Wolken, Wind und Regen bis in relativ hohe Lagen. Diese Warmfront beschäftigt zumindest die Ostalpen auch heute noch, zieht aber im Laufe des Tages endgültig ab und es wird überall recht sonnig. Am Donnerstag geht es sonnig weiter. Es wird nochmals wärmer und bleibt in der Höhe windig.

meteociel.fr 500hPa Geopotential und Bodendruck, Donnerstag 23.2.17. Kleine Wellen eingebettet in der großräumigen Westströmung bestimmen das Wetter. Je flacher die Wellen sind, desto schneller ziehen sie vorbei. Am Donnerstag warmes, sonniges Wetter in den Alpen.

Schnee fürs Wochenende, unbeständige Mittelfrist

In der Nacht auf Freitag folgt mit Eintreffen einer Kaltfront aus NW ein deutlicher Temperatursturz um bis zu 15°C im Gebirge. Die Schneefallgrenze sinkt wieder bis in viele Täler der Nordalpen und besonders im Nordstau dürfte auch ganz ordentlich Neuschnee zusammen kommen. Auf die Kaltfront folgt ein Schub kalter Polarluft, der eventuell für das ein oder andere Wintergewitter sorgen könnte.

Unklar ist noch, wo und inwiefern der Trog, in den die Kaltfront eingebettet ist, auf die Alpensüdseite durchgreift. Vor zwei Tagen sahen die Modelle diese Entwicklung noch recht flächendeckend und optimistisch, derzeit sieht es eher nur nach einem Streifschuss weit im Südosten aus. Relativ verlässlich scheint derzeit nur der Kaltfront bedingte Niederschlag am Alpennordhang, im Süden ist die Lage komplexer und schwer vorherzusagen. Näheres hierzu vermutlich demnächst von Kollege PowderOrakel. Am Samstag wird es von Westen her wieder sonniger, die Nordstaulagen in den Ostalpen müssen etwas länger aus aufgelockertes Wetter warten. Die Temperaturen steigen nach Durchgang der Front relativ rasch wieder an.

Auf das kurze Winterintermezzo mit Schnee bis in Tiefe Lagen folgt voraussichtlich eine ziemlich milde SW Lage. Die Tendenz zu unbeständigem, mild-feuchtem Wetter setzt sich in der Glaskugel bis auf weiteres fort.

meteociel.fr 500hPa Geopotential und Bodendruck, Freitag 24.2.17. Kaltfront und Höhentrog mit Kaltluft sorgen für kurzzeitigen Wintereinbruch in den Alpen mit Schnee bis in tiefe Lagen.

Winterliche Salatkrise

De Wintermonate hierzulande waren in vielen Gegenden extrem trocken. Die beginnende, wechselhaftere Wetterphase dürfte dem Niederschlagsdefizit etwas entgegenwirken – eine positive Meldung für die heimische Landwirtschaft zum Frühlingsbeginn. In den europäischen Mittelmeerländern waren die letzten Monate hingegen teils sehr niederschlagsreich. Kälte und Starkniederschlag haben hier zu großen Ernteeinbußen geführt, was sich inzwischen auf die Gemüsepreise in den Supermärkten Mitteleuropas auswirkt (siehe dieses DWD Thema des Tages oder diesen ausführlichen Guardian Artikel). Im Winter kommen normalerweise etwa 80% des Gemüses in europäischen Supermärkten aus den Gewächshäusern und Feldern Südspaniens. Die Preise für Paprika, Gurken und co. haben stark angezogen, manche Supermärkte in England mussten im Januar den Eisbergsalat streng rationieren. Inzwischen ist die Krise vielerorts zumindest nicht mehr auf den ersten Blick in Form von leeren Regalen zu erkennen, da das Gemüse nun aus den USA importiert wird.

Das Wetter wird bekanntlich nur gut (=winterlich), wenn man seinen Teller leer isst. Vielleicht renkt sich ja alles wieder ein, wenn wir in Zukunft einfach vermehrt wieder brav das heimische Wintergemüse aufessen. Auch wenn Krautsalat mit Rettich und Pastinaken Beilage am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein mag - falls sich Frau Holle dadurch großzügiger stimmen lässt, nimmt der WetterBlog eine Diätumstellung gerne in Kauf.

meteociel.fr 500hPa Geopotential und Bodendruck, Sonntag 26.2.17. Milderes Wetter, Strömung dreht zunehmend von W auf SW.

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Kommentare / Diskussion

Antworten: 4

Letzter Beitrag: 22.02.2017

Danke mal wieder für deine vertständliche Ausführung.
Wenn mann sich gestern mal wieder den Bericht auf 3Sat u.a. dem Vernagtferner ansieht wird einem richtig flau im Magen.
Seit ihr eigentlich "bald" Arbeitslos wennn es keine Gletscher mehr gibt?
Vielleicht könntet ihr dann in den Stand der Schneemacher wechseln (;

Schönen Karneval/Fasching
ja, daher mein grenzwertig verzweifelter vorschlag mit teller voll kohl aufessen und so.
Satu? Stau meine ich.
hmm jo im moment wackelt sogar der wochenend alarm. Sieht ziemlich frontig und wenig Satu aus und die Modellehaben massiv den Niederschlag zusammengestrichen. Mehr dazu Morgen, hoffe ich.

Nächste Woche ist extrem unsicher es könnte sich aber ab Dienstag was im Süden tun. Aisgehend vom bisherigen Witerverlauf ürde ich abe rnicht damit rechnen, weil niemals das kommt was gut wäre, sondern immer der größte anzunehmende Unfall oder ein langewieliges Mittelding.
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