17.03.2017

Schneegestöber 20 2016/17 | Werner, wir haben ein Kommunikationsproblem!

Schatz, lass uns über Altschneeproblem und Gefahrenstufen reden.

Das leidige Thema mit dem menschlichen Versagen beim Altschneeproblem bleibt - genau so wie das menschliche Versagen mit den Gefahrenstufen.

Ausgangslage

Beim Schneegestöber handelt es sich um eine Kolumne – wissenschaftliche Grundlagen spielen zwar eine große Rolle, ordnen sich jedoch im Sinne des meinungsbetonten Naturells einer Kolumne unter. Der heutige Anlass: Der Lawinenunfall mit vier Todesopfern vom 15.3.2017 am Jochgrubenkopf in der Nähe des Brennerpasses: Es handelt sich um einen steilen bis extrem steilen nordexponierten Gipfelhang zwischen 2100m und 2450m. Analyse des LWD Tirol.

LWD Tirol Jochgrubenkopf, Schmirntal

Das Kommunikationsproblem, erster Teil

Ganz egal, ob die Gesamtsituation auf die Gefahrenstufe Mäßig, mit ihrer Definition „Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung, vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten.“

oder Erheblich: „Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt und die Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich.“ zugetroffen hätte, der Hang am Jochgrubenkopf lag genau in dem Bereich, wo die Schneedecke derzeit bekanntlich nicht gut verfestigt war.

Die heutige Meinung: der Schneestöberer glaubt, dass der Unfall nicht passiert wäre, wenn die Gefahrenstufe an diesem Tag "Erheblich" entsprochen hätte und im Lagebericht ausgegeben gewesen wäre (was aber ganz klar nicht der vorherrschenden Lawinengesamtsituation entsprochen hätte). Wäre die Schneedecke beispielsweise sonnseitig bereits stärker durchnässt und hätte eine voran gegangene bewölkte Nacht die Ausstrahlung behindert, wäre eine Gefahrenstufe Erheblich in diesem Gebiet und dieser Höhenlage durchaus möglich gewesen. Obwohl sich für den nordseitigen Unfallhang nichts geändert hätte.

Es geht wie immer nicht um Schuldzuweisungen. Der bevorstehende Prozess gegen den überlebenden Bergführer macht auch keinen Sinn, weil die Gruppe, sofern die obere Vermutung wahr wäre, genau gleich agiert hat, wie das ein Großteil der Wintersportler macht – zu stark gefahrenstufenorientiert, zu wenig informationsorientiert. Außerdem ist die Strafe schon groß genug.

Es geht um unser Kommunikationsproblem in der angewandten Lawinenkunde. Der Laie – dazu zählen auch viele Bergführer - versteht den Lagebericht nicht ausreichend und kann ihn nicht anwenden. Wer einen Führerschein besitzt, kann noch nicht gut Autofahren.

Nun, wie soll man dann Anwenden derzeit? Tausende von nordexponierten Steilhängen in dieser Höhenlage wurden in den letzten Wochen befahren, fast nichts ist passiert. Die Auslösewahrscheinlichkeit ist gering und eben nur mehr an ganz, ganz wenigen, schneearmen, bisher unverspurten Stellen denkbar, die benötigte Belastung sehr hoch. Also einfach hineinfahren und hoffen, dass es einen nicht erwischt?

Lukas Ruetz Zischgeles (nicht: das, sondern: der) im Sellrain gibt es ein ähnliches Sorgenkind wie der Jochgrubenkopf: der Zischgeles, die Normalroute verläuft durch einen sehr steilen bis extrem steilen, meist eingewehten Nordhang, Höhenlage 2400m und 2800m. Hier gab es bereits zig Lawinentote aufgrund eines Altschneeproblems. Der gewöhnliche, schneereiche Aufstiegs- und Abfahrtskorridor (um 35° steil) in rot, der schneearme Auslösebereich in den meisten Fällen (ca. 40° steil, abgeblasener Rücken) in grün. Das Schneebrett bricht sodann über den gesamten Hang, auch die vorher stark verspurten Bereiche brechen mit. Foto aufgenommen am 15.3.2017 - Altschneeproblem laut LLB noch ein Thema in sehr steilen Nordhängen oberhalb von 2200m. Der Schneestöberer traut sich trotz der Jahreszeit in diesen Hang immer noch nicht rein aufgrund der schneearmen Stellen.

Auch keine dauerhafte Lösung

(Rechnerische) Reduktionsmethoden bringen viel für jene, die sich wenig bis gar nicht auskennen oder mit den Hintergründen beschäftigen. Ein externer Mitarbeiter eines deutschsprachigen Lawinenwarndienstes formulierte die Anwendung von Reduktionsmethoden wie folgt: „Die Snowcard z.B. ist der Versuch einem komplexen Problem – in diesem Fall Lawinen - mit einfachen Mitteln zu begegnen. Das mag für den Laien auf gemäßigten Touren durchaus im Gros der Fälle funktionieren. Im Spezialfall versagen solche Lösungen.“ Weiter:

„Die Menschheit sehnt sich in einer immer komplexeren Welt nach einfachen Lösungen. Ergebnis: Trump oder beim Schnee eben Snowcard, Stop or Go. Mag alles auch mal richtig sein. Dauerhafte Lösungen bieten solche verkürzten Sichtweisen kaum.“

Risikomanagement in allen Situation – auch in den Wintersportmonaten vor und nach Lageberichtsausgabezeitraum - mit wirklich guten Entscheidungen kann man nur mit einer massiv zeitaufwändigen Auseinandersetzung mit Theorie und vor allem der Umsetzung der Schnee- und Lawinenkunde betreiben. Die Zeit kann und vor allem will sich aber kaum jemand nehmen. Verständlich, Schnee und Brettlrutschen ist ja nur ein Teil des Lebens und nur bei den allerallerwenigsten der zentrale Teil. Außerdem: wer gern Pulver fährt, muss sich noch lange nicht für Schnee- und Lawinenkunde interessieren – die Korrelation ist hier nur mäßig ausgeprägt, nicht direkt proportional.

Wer nur am Wochenende unterwegs ist und sonst einer anderen Tätigkeit nachgeht oder sich um eine Familie kümmern muss, dem ist es gar nicht möglich, sich so intensiv mit der Theorie und dem Winter-/Wetterverlauf auseinanderzusetzen um damit anständig im Gelände arbeiten zu können. Wer viel unterwegs ist, dem bleibt fast nichts anderes übrig als selbsternannter Nivologe zu werden – in Verbindung mit defensivem Verhalten bei gewissen Situationen. Die einzige Kompensationsmöglichkeit: man greift mittels exakter Auffassungsgabe und gewissenhafter, praktischer Umsetzung auf die hervorragend aufbereiteten Informationen von jenen zurück, die sich damit 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr mit persönlicher Leidenschaft beschäftigen: Studeregger, Rastner, Konetschny, Schweizer, Reuter, Mair, Nairz oder wie auch immer sie heißen mögen.

Was macht man nun, wenn die Auslösewahrscheinlichkeit und Verbreitung der Gefahrenstellen sehr gering ist, wie beim immer noch vorherrschenden aber schon weitgehend abgeklungenen Altschneeproblem? Entweder hoffen, dass man eine solche Stelle nicht trifft, oder wissen, dass man eine solche Stelle nicht trifft, also woanders als oberhalb von 2200m, steil, Nord, wenig befahren, schneearm unterwegs sein.

Und was bringen die Gefahrenstufen?

Naja, auch ziemlich viel, jedoch nur für einen schnellen Überblick! Aber nur wenn man deren Definitionen kennt, man weiß, dass eine Gefahrenstufe ein Mittelwert über die Gesamtsituation in einem Gebiet für alle Expositionen und Geländeformationen darstellt. Eine Gefahrenstufe kann nämlich niemals für einen Hang oder ein kleines Gebiet festgelegt werden. Hänge in gewissen Expositionen sind beispielsweise gefährlich, Hänge in anderen Expositionen safe. Und das direkt nebeneinander und damit schwer begreifbar für die Art, wie unser Gehirn arbeitet. Sogar alpine Qualitätsmedien postulieren auf Facebook: "Bei mäßiger Lawinengefahr (Lawinenwarnstufe 2) und bestens ausgerüstet auf Tour - und dann in ein wahres Monster geraten. Die Berge bleiben unberechenbar, vor allem im Winter!" - Leute, hört auf primär in Gefahrenstufen zu denken, bitte. Für diesen Zweck sind sie nicht gemacht!

Das Kommunikationsproblem, zweiter Teil: Zwei ist nicht gleich Zwei, Drei ist nicht gleich Drei – ein Beispiel

Situation 1: Hochwinter, 30cm Neuschnee, kalt, mäßiger, in Kammlagen starker Nordwestwind, keine Schwachschichten im Altschnee. Die Gefahrenstufe wird aufgrund von frischem Triebschnee der vor allem in Leehängen (meistens Süd-, Südost- und Nordosthänge) sehr leicht zu stören ist, ausgegeben. Es gibt von der Anzahl her genug Gefahrenstellen und der frische, spröde Triebschnee in jenen ist so leicht auslösbar, dass die Situation exakt zur Definition der Gefahrenstufe passt. Am gefährlichsten ist es vor allem in Kammnähe und weit oben.

Situation 2: April, klassische Frühjahrssituation, gute nächtliche Ausstrahlung und oberflächliche Verfestigung. Die Gefahrenstufe Erheblich am Nachmittag herrscht aufgrund der tageszeitlichen Erwärmung. Zuerst wird es in Osthängen gefährlicher, ab dem späteren Vormittag ziehen Süd- und Westhänge nach. Nordhänge in tieferen Lagen eventuell auch. Zusätzlich gibt es spontane Lawinenaktivität. Am gefährlichsten ist es je nach Tageszeit in verschiedenen Expositionen und vor allem in tieferen Lagen. Die Definition der Gefahrenstufe passt hier auch am Nachmittag.

Beide Situationen haben trotz entsprechen der Gefahrenstufe 3 nichts miteinander zu tun. Es ist jeweils in ganz anderen Bereichen gefährlich und teilweise genau dort sicher, wo es beim anderen „Dreier“ brandheiß ist. Diese räumliche Variabilität bezüglich Verteilung der Gefahrenstellen und die Variabilität in der benötigten Auslösebelastung ist am ausgeprägtesten bei Gefahrenstufe 2 und 3. Am geringsten ist die Variabilität bei Gering 1 ("es ist fast überall safe")  und Sehr groß 5 ("es ist überall sehr gefährlich") und nur schwach ausgeprägt bei Gefahrenstufe Groß 4 ("es ist fast überall sehr gefährlich").

gewohnter Anblick

Dazu ein Selbstversuch für jedermann: Jemanden zuerst bitten, nur den Textteil des Lageberichtes auszuschneiden, damit man selbst nur den Text lesen kann, ohne Farben oder Bilder. Aus dem Textteil sollen außerdem alle wörtlichen Umschreibungen der Gefahrenstufe entfernt werden. Man legt damit sein Tourenziel fest. Danach liest man den vollständigen Lagebericht mit Gefahrenstufe. Hat sich die so Tourenplanung geändert? Wenn ja, sollte man sich selbst in Frage stellen...

... würde sich so in deiner Tourenplanung etwas ändern?

Merke: Höchste Priorität hat die Verbreitung und nötige Auslösebelastung der Gefahrenstellen. Die Gefahrenstufe ist nur eine Zusammenfassung der genannten Punkte, alleine bringt die Stufe gleich viel wie ein Tourenski ohne Felle – nur was auf der Piste.

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Links:

tirol.orf.at/news/stories/2831196/
www.tt.com/panorama/unfall/12744240-91/mindestens-drei-tote-bei-lawinendrama-in-schmirn.csp
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Kommentare / Diskussion

Antworten: 14

Letzter Beitrag: 23.03.2017

Erst mal vielen Dank an den Schneestöberer für seine fundierten Beiträge und an alle, die sich hier zur dieser bereichernden Diskussion versammeln. Möchte als unregelmäßiger Tourengeher folgende Punkte ergänzen:

Klare Formulierungen im LLB:
Gerade für Anfänger abseits der Pisten steht, meiner Meinung nach, die Kombination von Gefahrenstufe und Hangsteilheit im Fokus. Da würde man sich den Umweg über Formulierungen wie „steil“ und „extrem steil“ gerne sparen, und direkt mit Gradangaben konfrontiert werden. Ähnlich verhält es sich mit der Formulierung „Zusatzbelastung“. „Dann ließ halt die Erklärungen zur europäischen Lawinenskala“ werden einige sagen. Natürlich steht das da drin; es geht aber halt schneller.

Gefahrenstufe und Hangsteilheit reicht nicht:
Wenn ich von mir auf andere schließen darf, so vermute ich, dass nicht wenige Anfänger zu sehr auf Gefahrenstufe und Hangsteilheit fixiert sind. Hierzu tragen vielleicht auch Snowcard oder Stop or Go bei. Natürlich bieten diese Hilfsmittel weiterführende Informationen, aber häufig endet die Beurteilungen genau dort.

Altschneeproblem besonders hervorheben?
„Das ist heuer einfach ein hundsgemeiner Winter“. Diese Aussage von Rudi Mair aus dem Winter 15/16 verdeutlicht meiner Meinung nach die besondere Gefahr, die von bodennahen Schwachschichten vom Frühwinter (GM 1) ausgeht. Andererseits erscheint dieses Gefahrenmuster als eines von 10 vermeintlich gleichwertigen. Wenn ich mir nun GM 3 – Regen oder GM 10 – Frühjahrssituation im Vergleich hierzu anschaue, so sind die beiden letzten zumindest im Punkt Identifizierbarkeit wesentlich leichter zu handhaben, als ein unsichtbares Altschneeproblem. Hinzu kommt, dass nach meiner Einschätzung, beim Altschneeproblem die Ausmaße der Lawinenereignisse (Lawinengröße und Anzahl beteiligter Personen) oft gravierender ausfallen, als bei den meisten anderen Gefahrenmustern.
Könnte es unter diesen Umständen Sinn machen, dem Altschneeproblem und dessen Konsequenzen für den Menschen einen noch größeren bzw. klareren Stellenwert im LLB einzuräumen? Vergleichbar etwa mit dem der Frühjahrssituation. Da ist ganz klar, „früh rauf, früh wieder runter“. Analog könnte es heißen, „Altschneeproblem, ich habe in den im LLB genannten Bereichen absolut nichts verloren“. Natürlich kann man das heute schon aus dem LLB herauslesen. Allerdings scheint es, als hätten diese konsequente Schlussfolgerung noch zu wenige verinnerlicht bzw. automatisiert.

Dass der Schneestöberer in einem seiner vorangegangenen Artikel zu diesem Thema sogar die Bee Gees zu Rate zieht, scheint die Notwendigkeit dieser Überlegungen zu untermauern.
@abc: zugegeben, "fast alle" ist polemisch. 5 von 8 tödliche Unfälle geführter Gruppen seit 10/2016/LWD Tirol ist aber auch durchaus signifikant und wahr. Du hast recht, es geht um Menschenleben. Dewegen meine ich, die Dikussion wird noch lange nicht klar genug geführt.
Mir ging es darum:
1. Ja es scheint ein Kommunikationsproblem zu geben. Die Kommuikationslehre sagt: nicht was der Sender sagen wollte wurde gesagt, sondern das was der Empfänger verstanden hat. Daraus folgt: es ist an den LWD den LLB so zu verbesseren dass der Leser besser versteht was gesagt werden will. Das ist nicht böse gemeint sondern eine einfache Tatsache die ich so der Kolumne nicht entnehmen konnte.
2. Wenn es kein Kommunikationsproblem geben sollte, bedeutet das, dass Profis und Amateure die llb ignorieren. Amateuren kann ich das nicht unbedingt zum Vorwurf machen, aber was ist mit den Profis? Da muss ich doch angesichts der Zahlen darauf kommen dass da was falsch läuft. Jetzt gehe ich davon aus, dass kein Bergführer leichtsinnig oder bewusst das Leben seiner Kunden aufs Spiel setzt. Dann bedeutet das aber, dass an der Stelle mindestens ein Qualifikations- bzw. Schulungsdefizit vorliegt.

Mit dem indignierten Verweis auf vermeintliche Pietätlosigkeit ist weder Bergführern noch Opfern geholfen. Ganz nebenbei: auch im letzten Winter sind viele Profis verunglückt. Soll man das ignorieren? Dumm gelaufen?

Das steht im Widerspruch mit dem Begriff Profi und damit, dass in der Kolumne geschrieben wird "...Entweder hoffen, dass man eine solche Stelle nicht trifft, oder wissen, dass man eine solche Stelle nicht trifft, also woanders als oberhalb von 2200m, steil, Nord, wenig befahren, schneearm unterwegs sein."

Allen noch einen unfallfreien Restwinter.
Nein Lukas: ich beziehe mich in erster Linie auf "Auffällig ist auch, dass in nahezu alle Unfälle die der LWD Tirol diesen Winter aufführt, Bergführer verwickelt waren. Wenn diese Klientel aber nicht in der Lage ist LLB zu interpretieren, sind entweder die Berichte wertlos oder die Bergführer(ausbildung).
Ich persönlich lege keinen Wert mehr auf die Begleitung von Bergführern seit wir im Rahmen eines mehrtägigen Lawinenkurses genötigt wurden einen Grashang >30° auf komplett durchfeuchteter Unterlage zu queren und schließlich darauf abzufahren."

Das ist mir in diesem Zusammenhang (4 Menschen tödlich verunglückt) zu polemisch und zu sehr selbstgemachte Statistik.

Deine Texte empfinde ich als sehr fundiert, aber auch "überformuliert", was ich aber nicht kritisieren will und was mich auch nicht stört geschweige denn mich davon abhält sie zu lesen.

Ich stimme Dir in diesen Fall aber in einigen Punkten nicht zu, bzw sehe sie anders:
Das generelle Problem (ich spreche hier ausdrücklich nicht von einem speziellem Unfall, um im Einzelfall wirklich ein Urteil zu fällen sollte man bei der Entscheidungsfindung eigentlich dabei gewesen sein) liegt in der mangelnden Fähigkeit zum Verzicht. Jeder halbwegs informierte Tourengeher, und erst recht jeder Bergführer, versteht den Satz „Mögliche Gefahrenstellen für den Wintersportler findet man v.a. noch in sehr steilen, bisher wenig befahrenen Schattenhängen oberhalb etwa 2200m. An schneearmen Stellen können dort insbesondere durch große Belastung noch Schneebrettlawinen in bodennahen Schwachschichten ausgelöst werden".
Was er daraus macht, ob er sagt "mit Entlastungsabständen gehts" oder "ich warte bis der Satz aus dem Lagebericht verschwindet" hängt halt von der Bereitschaft zum Verzicht ab.
Das sich die Tourengeher (besonders die engagierten) nach einfachen Lösungen sehnen glaube ich auch nicht: Stop and Go, Snowcard etc werden nur von wenigen konsequent angewendet, da sie sich meist zusehr zum Verzicht gedrängt fühlen. Das führt zu zu einer Suche nach Lösungen die Freiheit und auch Bestätigung für das eigene "Experte sein" führen.
Die GM empfinde ich als sehr hilfreich, das Buch dazu ist eigentlich unverzichtbar für jeden Skifahrer. Zu einer Risikominimierung führen sie wiederum aber auch nur bei Bereitschaft zum Verzicht.
Nutze ich sie aber nur als Begründung um bei jeder Gefahrenstufe jede Steilheit zu befahren, weil ja in dem Hang das aktuelle Gefahrenmuster nicht vorhanden ist (oder ich es halt gerade nicht sehe) erhöhe ich mein Risiko massiv.
Sehr problematisch sehe ich in dieser Hinsicht (unvollständige Anwendung von Expertenwissen durch Laien) die Systematische Schneedeckenanalyse von Kronthaler. Ich habe den Eindruck das sich hier viele mit ein paar Schaufelstichen die Absolution holen, was ja auch nicht im Sinne des Erfinders ist.
Da Du ja sogar einen Teil der Bergführer als Laien siehst (was ich Dir von Deinem Wissensstand aus nicht verdenken kann) wird der Anteil der Laien unter den Tourengehern mit Sicherheit nicht kleiner werden. Folglich geht kein Weg an einfachen, auf Statistik Basierten Strategien vorbei.



Danke, Polklemme, für deinen Versuch zur Verdeutlichung der LLB-Formulierungen.

@rdX Danke auch für deinen konstruktiven Beitrag.

@abc Ich bin mir gerade nicht sicher, ob du die "Vorverurteilung und Aburteilung ganzer Berufsgruppen" mehr auf die zufällig zeitgleichen Aussagen des Warndienstes oder auf das Schneegestöber beziehst. Im Schneegestöber ist der Ton weder als arrogant noch als aggressiv zu verstehen und wird wohl im Zusammenhang mit den emotionalen Ergeignissen verstärkt so verstanden aber dadurch dringt der fachliche Teil auch stärker durch.
"Viele Bergführer" sind nicht "alle Bergführer" und noch lange nicht "der Großteil der Bergführer" - sagen wir eine Hausnummer und lassen wir es 5 Prozent sein, die sich nach der (qualitativ hochwertigen) Ausbildung nicht weiter damit beschäftigen und wo der Großteil des Erlernten gleich schnell wieder aus dem Kopf verschwindet - wie bei allen Ausbildungen. Es hängt von den eigenen Interessen und der eigenen Persönlichkeit ab, ob die Ausbildung fruchtet, später durch Eigeninitiative weiterwächst und umgesetzt wird.

@polklemme
Ja, ein Problem liegt in der Diskrepanz wissenschaftlich-basierter Lagebericht vs. alltagsbasierter, wissenschaftsferner Anwender.
Schöne Gedanken zum Problem solcher Diskussionen nach Geschehnissen - wir kommen so trotz Lagerbildung, (persönlicher) Beschimpfungen und provokativen Aussagen am schnellsten weiter, denke ich.
eine einzige Gruppe zu verurteilen liegt hier glaub ich jedem fern und führt zu nichts - (sollte das auf meinen Versuch das umzuschreiben bezogen sein - sorry dafür).
Ich glaub im Gestöber gehts nur drum ob man kommunikationstechnisch was ändern könnte, ob es vielleicht möglich wäre sachlicher den Kern der Botschaft zu transportieren, oder ob es Signale im Bericht gibt die vielleicht missinterpretiert werden.

Das Problem an solchen Diskussion ist immer das es anhand von Geschehenem analysiert wird und das wiederum führt zu Lagerbildung und/oder Verletzung Bekannter/Angehöriger usw. Leider ist das ein Problem denn wenn nichts passiert(was uns allen lieber wäre), kann man das Geschehene nicht diskutieren oder analysieren (hier könnte an sagen es sollte nicht öffentlich geschehen).

Die Arbeiten aller LWD´s ist extrem wichtig, auch die Nacharbeit, Diskussion und Analyse - vorallem diese. In den Medien herrscht eine Schieflage (zB. Powderbilder vs. Lawinenbilder) die zu einer Relativierung der Gefahren beiträgt. Hier sind solche Diskussionen vielleicht ein Beitrag diese Schieflage auszugleichen (das passiert wiederum nur wenn es veröffentlicht wird, was LWD´s machen).
„Wir wissen das aber noch nicht genau. Die Einvernahmen waren natürlich nach dem Unglück sehr schwierig", erklärte Thomas Zingerle von der Alpinpolizei.

Eine Vorverurteilung und eine pauschale Aburteilung ganzer Berufsgruppen halte ich doch für sehr bedenklich.
Es ist schade das hier, ganz im Gegensatz zu dem hervorragenden Beitrag zu dem Beinaheunfall ein so aggressiver und auch arroganter Ton angeschlagen wird. Wer selbst einmal einen Angehörigen durch einen Lawinenunfall verloren hat kann glaube ich nachvollziehen wie verletzend diese "wie kann man nur" Sprüche sind.

Inwieweit der Bergführer Schuldhaft gehandelt hat wird gottseidank vor Gericht und nicht per facebook etc. entschieden. Der Lagebericht (An schneearmen Stellen können dort insbesondere durch große Belastung noch Schneebrettlawinen in bodennahen Schwachschichten ausgelöst werden) bietet meiner Ansicht nach schon auch die Interpretation das bei entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen befahrbar sein kann.
Sich laufend nur darüber zu beschweren dass die Leute zu blöd seien den LLB zu lesen, dürfte nur ungenügend zur Lösung der Probleme beitragen.

Auffällig ist auch, dass in nahezu alle Unfälle die der LWD Tirol diesen Winter aufführt, Bergführer verwickelt waren. Wenn diese Klientel aber nicht in der Lage ist LLB zu interpretieren, sind entweder die Berichte wertlos oder die Bergführer(ausbildung).

Ich persönlich lege keinen Wert mehr auf die Begleitung von Bergführern seit wir im Rahmen eines mehrtägigen Lawinenkurses genötigt wurden einen Grashang >30° auf komplett durchfeuchteter Unterlage zu queren und schließlich darauf abzufahren.

Die anderen Schneestöbereien finde ich super, nur hier sehe ich nicht was der Lukas eigentlich sagen will. Denn tatsächlich ist es so, dass auch die Warndienste und Profis von der Größe mancher Lawine der letzten Tage überrascht waren. Ich halte die Verschiebung der Grenzen der Fahrbahrkeit für sehr bedenklich und Rechtfertigungsversuche für nicht zielführend.
Statt Formulierungen in die LLB einzubauen die quasi immer wahr sind und Hinterher zu rechtfertigen, sollte man sich vielleicht klarer positionieren und die Risiken deuticher hervorheben.

Zuletzt habe ich den Verdacht dass die Tendenz, dass die Anzahl der Toten mehr oder weniger stagniert weniger an den ausgefeilten LLB liegt und mehr darin dass sich der weitaus größte Teil der Leute in eher sicherem Gelände bewegt sowie der Entwicklung der Airbags und der Tatsache dass Könner auch eine größere Chancen haben einer Lawine zu entkommen.

Trotzdem bleibt die Arbeit der Lawinenwarndienst und speziell die des Tiroler Dienstes sensationell. Nur eben bin ich der Meinung dass klar sein muss dass bei den aktuellen Verhältnissen die meisten Leute einfach nichts in den Bergen verloren haben. In der Hinsicht fehlt es vielleicht ein wenig an Deutlichkeit.
zwei Versuche das umzuschreiben:

lwd NÖ normal

In den Ybbstaler Alpen herrscht in Lagen über 1400 m erhebliche, in den restlichen beurteilten Gebirgsgruppen in höheren Lagen mäßige Schneebrettgefahr. Stürmischer Wind führt zu umfangreichen Verfrachtungen des Neuschnees, womit sich frische Gefahrenstellen in Form von Triebschneeablagerungen ausbilden. Diese befinden sich vor allem in steilen, windgeschützten Bereichen von Graten sowie in Rinnen und Mulden. Betroffen sind ob der hohen Windgeschwindigkeiten sämtliche Expositionen. Es reicht bereits die geringe Zusatzbelastung eines Alpinisten aus, um ein Schneebrett auszulösen. In mittleren Lagen sind durch den Regeneintrag kleine Nassschneerutsche aus noch nicht entladenem, steilem Gelände möglich. Schlechte Sicht schränkt die Gefahrenbeurteilung deutlich ein!

nach k_pax

In den Ybbstaler Alpen herrscht in Lagen über 1400m LWS3 in den restlichen beurteilten Gebirgsgruppen über 1200m LWS2.Windgeschwindigkeiten bis 75km/h führen zu umfangreichen Verfrachtungen des Neuschnees, womit sich neue Gefahrenstellen(Triebschneeablagerungen) ausbilden. Diese befinden sich vor allem im Gelände über 40°, windgeschützten Bereichen hinter Graten sowie in Rinnen und Mulden.
Betroffen sind alle Expositionen. Es reicht die Zusatzbelastung eines Alpinisten um ein Schneebrett auszulösen. In Höhenlagen bis 1400m sind durch den Regeneintrag Nassschneerutsche aus noch nicht entladenem Gelände über 40° möglich. Schlechte Sicht schränkt die Gefahrenbeurteilung deutlich ein!

lwd STMK normal

Am Samstag herrschen zumindest im Bereich der nördlichen Gebirgsgruppen sehr ungünstige Tourenbedingungen: Abgesehen von der schlechten Sicht steigt die Lawinengefahr im Tagesverlauf mit den neuen Triebschneeeinfrachtungen in den Nordstaugebieten auf erheblich an. Die frischen Einwehungen betreffen vor allem ost- bis südausgerichtete Hangzonen. In tieferen Lagen verliert der Schnee durch den Regeneintrag weiter Festigkeit und kann bis zum Grund als kleine bis mittelgroße Lawine abgehen. Dazu kommt ein Altschneeproblem, das mit Ausnahme des Randgebirges in allen Gebirgsgruppen auftreten und als Schneebrett an extrem steilen, schattseitigen Hänge oberhalb der Baumgrenze auch ausgelöst werden kann.

nach k_pax

In den nördlichen Gebirgsgruppen sehr ungünstige Tourenbedingungen - schlechte Sicht! Die Lawinengefahr steigt im Tagesverlauf durch neue Triebschneeeinfrachtungen in den Nordstaugebieten auf LWS3 an. Die Einwehungen betreffen vor allem ost- bis südausgerichtete Hangzonen. In Lagen unter 1400m verliert der Schnee durch den Regeneintrag weiter Festigkeit und kann bis zum Grund als Lawine abgehen. Das Altschneeproblem in allen Gebirgsgruppen kann über 1600m zu Auslösungen in schattseitigem Gelände über 45° führen (Altschneeproblem Ausnahme: Randgebirge)

nur ein Versuch, lest sich definitiv anders und soll bitte in keinster weise wen kritisieren der LWD´s schreibt, war nur die Umsetzung vom Vorschlag von k_pax.

Zeitgleich zum Erscheinen gibts einen FBeintrag in einer öffentlichen Gruppe des Gebietes der den lockeren Umgang mit LW stufen oder Prognosen zeigt. trägt sicher auch zur relativierung der Gefahrenstufen/Beurteilung und Risikobereitschaft bei.
@k_pax

Sehr gut weiter ausgeführt, Danke!
Sehr guter Artikel. Wie allgemein die Kolumne des Schneestöberers meist sehr lesenswert ist… vor allem für den fortgeschrittenen Leser.

Hier speziell finde ich aber, dass ein Punkt im weiteren Verlauf etwas außer Sicht gerät, der am prominentesten in der Überschrift steht: das Kommunikationsproblem!

Wer wissenschaftlich bewandt ist – und der LLB ist letztlich Ausdruck einer wissenschaftlichen Herangehensweise an ein komplexes Thema –, ist es gewohnt, dass Fachsprache mit zahlreichen Definitionen hinterfüttert ist, die sich nicht unbedingt durch allgemeines Sprachverständnis erschließen. Beispiel: extrem steiler Hang. Im LLB alles über 40°. Ich würde dagegen bezweifeln, dass viele Freerider oder auch Tourengeher den Unfallhang als "extrem steil" bezeichnen würden. Da gehen die Missverständnisse dann schon los, die letztlich vielleicht auch – wie im Artikel gut beschrieben – zum Unfall geführt haben (obwohl man annehmen darf, dass der Bergführer zumindest hier nicht falsch gelegen hat – sein Fehler lag wohl woanders).

Wie dem aber begegnen? Der LLB soll sich ja gerade auch an den weniger Kundigen richten, und zum Glück lesen ihn auch vermehrt Tiefschneesportler und können ihn mit einfachen Methoden (z.B. Snowcard) praktisch auch ohne Hintergrundwissen zumindest soweit anwenden, dass die Opferzahlen trotz stark steigender Zahl der Freerider in den letzten Jahren eher rückläufig sind. Natürlich soll und muss man versuchen weiterhin aufzuklären, damit mehr Leute den LLB auch richtig verstehen und anwenden. Manche Probleme, die dann zu Unfällen führen können, muss man aber wohl auch aushalten. Denn wäre der LLB zu restriktiv formuliert (in Kombination mit den entsprechend einfachen Interpretationsmethoden z.B. bei Altschneeproblemen vorsichtshalber eine Stufe höher ansetzend), nähmen ihn viele wohl nicht mehr ernst, denn in den Powder wollen doch alle.

Nichtsdestotrotz könnte man über ein paar Dinge nachdenken:

Noch stärker auf missverständliche Formulierungen in den LLBs verzichten (z.B. Steilheiten grundsätzlich in Grad angeben und Begriffe wie "steil" oder "sehr steil" eher vermeiden).

Die Gefährlichkeit etwas mehr über die Bruchfortplanzung und nicht so sehr NUR durch die Bruchauslösung definieren. Wäre die Unfalllawine ein "klassisches" Triebschneebrett (also eher kleinräumig und vor allem nicht so weit nach oben anbrechend), wären wohl weniger Leute verschüttet worden und der/die Verschüttete(n) nicht so tief, sodass eventuell gar kein Opfer zu beklagen gewesen wäre. Altschneeprobleme haben die unangenehme Angewohnheit, tendenziell eher größere Lawinen hervorzubringen und die sind für Schneesportler halt meistens auch gefährlicher. (Mir ist klar, dass dies im LLB schon kommuniziert wird, steht aber meist eher im Hintergrund.)

Quintessenz:

Ein Monster sollte man nicht beklagen, sondern eher versuchen zu lernen (daher nochmal ein Lob an den Schneestöberer). Das System der Lawinenwarnung in den Alpen ist schon sehr gut (zum Glück! – man kann aber immer noch verbessern). Und Powder in den Bergen bringt eine gewisse Grundgefahr mit sich, die man sich immer bewusst machen sollte, wenn man ihn sucht (und als Konsequenz davon nie aufhören zu lernen).

Apropos: Wieso Munter bei Altschneeproblemen nicht funktionieren soll, ist mir nicht klar. Gerade das recht komplexe 3x3 hat doch das Potential, auf spezielle Problemstellen vor Ort hinzuweisen (Detailprobleme in der Methode mal außen vor gelassen). Das Problem sind doch eher die Vereinfachungen wie Snowcard (die sind aber nicht Munter, auch wenn sie auf dessen Ideen fußen).
Treffend beschrieben.

Ich finde, der Tiroler LLB ist sehr gut gemacht, es wird ja auf das Altschneeproblem ausdrücklich sowohl im Text, als auch in der Grafik (Gefahrenmuster) hingewiesen. Es ist mMn nicht die Aufgabe des LLBs zu unterstreichen, dass beim Altschnee Munter nicht greift.

Was die Auseinandersetzung mit der Lawinenproblematik angeht, ist es vielleicht doch nicht allzu viel verlangt, jeden Tag 10 Minuten auf das Lesen und VERSTEHEN des LLBs in meinem bevorzugten Tourengebiet aufzuwenden, um einen Bild der Gesamtsituation zu haben. Bergsport ist eben auch Kopfsport, wenn ich bei der Freizeit das Hirn auschalten möchte, dann sollte ich vielleicht einer anderen Freizeitbeschäftigung nachgehen ...

Ich finde es übrigens bezeichnend, dass sich hier manche(r) Fastprofi beim Altschneeproblem zum Verzicht bekennt (JGK, Zischgeles). Darauf hoffen anscheinend auch die Macher des LLBs, die Schlusszeilen der Analyse im Tiroler Blog klingen für mich nach bitterer Frustration.
Genau, Lea.


Die Methoden die auf Munter basieren funktionieren großteils gut. Diese werden aber kaum konsequent angewandt, also wirklich durchgerechnet.
Probleme liegen zum einen, dass die Methoden gut aber nicht perfekt (nach heutigem Wissensstand) funktionieren und zum anderen beim Anwender, der meist nur Teile der Methoden und des Lageberichtes versteht und anwenden kann.
@knut: Ich würde sagen, Munter (ob Munter tatsächlich die alles umfassende Lehrmeinung ist, ließe sich jetzt auch diskutieren) ist keine nonplusultra rundum Lösung für alle auftretenden Lawinensituationen. Das heißt nicht, dass die Reduktionsmethode zwingend ein Problem hat. Es kann eine Welt jenseits von Munter geben, ohne dass Munter oder die Gefahrenstufendefinitionen (ohne die es Munter ja nicht gäbe) dadurch außer Kraft gesetzt werden. Diese Welt gibt es sowieso überall dort, wo es keinen LLB mit Gefahrenstufen gibt.

Es ist ja keine entweder oder Diskussion, sondern es geht darum, alle verfügbaren Informationen in die Entscheidungsfindung mit ein zu beziehen. Was spricht dagegen, bei der Tourenplanung die Reduktionsmethode anzuwenden, und das Ergebnis dann mit dem Gefahrenmuster aus dem LLB abzugleichen? Vielleicht ändert sich meine Entscheidung dann, vielleicht auch nicht. Ist das wirklich ein Problem?
Ja, was denn nun? Hat Munter (also die Lehrmeinung) ein Problem oder ist der Laienanwender zu doof, die Berge zu verstehen und sollte sich selbst in Frage stellen?
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