01.02.2017
Benjamin Eggert

Contestgeschehen 6 2016/17 | Interviews mit Bene Mayr und Felix Wiemers

Die deutschen FWT Skifahrer Bene und Felix zum Tourstart in Chamonix

Am vergangenen Samstag, als an Stelle eines FWT-Contests leider nur Warten auf mehr Schnee angesagt war, saß unser Reporter Benjamin mit den beiden deutschen FWT-Teilnehmern Bene Mayr (Fahrerprofil) und Felix Wiemers (Fahrerprofil) zusammen und hat sie zum Start der FWT-Saison und ihrer Herangehensweise befragt. Hier gibt es die kurzen Gespräche zum Nachlesen:

Bene Mayr

PG:  Der Contest wurde heute Mittag erneut verschoben nun auf Dienstag. Es ist unklar, ob der Contest überhaupt stattfindet. Aus welchem Grund? (Anm.d.Red.: Der für Chamonix geplante FWT Stopp wurde inzwischen abgesagt. Stattdessen wird beim nächsten Stopp in Andorra zweimal gefahren.)

BM: Die FWT möchte maximale Sicherheit für die Fahrer sicherstellen und bei der aktuellen Schneelage ist dies nur schwer zu realisieren. Alle arbeiten natürlich dran, dass der Contest doch irgendwie stattfinden kann. Klar würden wir alle am liebsten bei super Bedingungen Skifahren, aber so ist es halt bei wetterabhängigen Outdoorsportarten.

PG: Wie gehst du mit der Wartezeit um? Was hast du heute gemacht?

BM: Am Morgen hatten wir einen Sicherheitsworkshop und am Nachmittag sind Fabio Studer und ich auf die Aiguille du Midi gefahren und haben die grandiose Aussicht genossen, die Glasplattform ist atemberaubend. Ich war das erste Mal da oben und habe mich riesig gefreut. Runter ging es dann wieder mit der Gondel, wie alle Touristen das machen. Eine Skiabfahrt von dort oben ist momentan noch nicht möglich.

Bene Mayr

PG: Die Aiguille du Midi zieht Steilwandfahrer ja fast magisch an. Bist du in dem Bereich auch unterwegs?

BM: Das aufregendste was ich im Mountaineering Bereich schon mal gemacht habe war mit Aksel Lund Svindal zusammen für ein Filmprojekt von Field Productions den Grossglockner zu besteigen. Die Idee war eine steile Rinne vom Gipfel aus zu befahren. Aufgrund schlechter Bedingungen ging das an dem Tag nicht und wir sind weiter unten erst mit Ski gestartet. Aufregend war das Ganze für mich mit Steigeisen und Pickel allemal. Sonst bin ich meist eher auf Skitouren und weniger alpinistisch unterwegs.

PG: Was sind deine Ziele bei der FWT für die Saison 2017?

BM: Ich bin nun das zweite mal bei der Tour dabei. Im ersten Jahr hab ich mir als Ziel gesetzt, dass ich bei der Tour bleiben kann. Da ich aus dem Parkbereich komme, wollte ich auch für mich herausfinden, ob mir ein Freeridecontest liegt. Aber bereits bei meinem ersten Freeridecontest letztes Jahr in Andorra hab ich gemerkt, dass ich genau das möchte. Mein Ziel dieses Jahr ist das Podium. Das wird sehr schwierig aber ist möglich.

PG: Wählst du andere Lines oder gehst du ein höheres Risiko ein in diesem Jahr um dein Ziel Podium zu erreichen?

BM: Die Linienwahl ist vor allem Abhängig von den Schneebedingungen. Ich versuche die bestmögliche Linie für mich zu finden. Ein gewisses Risiko gehört dazu, aber an Stürze denke ich nicht. Aber ich weiß natürlich, dass es passieren kann.

PG: Spürst du Druck von den Sponsoren?

BM: Eigentlich gibt es keinen Druck von den Sponsoren, aber mir ist schon bewusst, dass ich die Sponsoren nur bei entsprechender Leistung halten kann. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Sponsoren, da wir schon lange zusammen arbeiten. Den meisten Druck mache ich mir selbst.

PG: Hattest du schon einmal eine schwere Verletzung?

BM: Zu Parkzeiten hatte ich schon mehrere Verletzungen, unter anderem meinen Rücken gebrochen, Zähne ausgeschlagen und Kreuzbandrisse. Wenn man auf diesem Niveau fährt und sich oft am eigenen Limit bewegt, sind Verletzungen nicht auszuschließen.

PG: Bist du vor dem Start nervös und macht Dir die Contestabfahrt Spass?

BM: Ja, im Startgate bin ich sehr nervös, aber freue mich auch wie verrückt auf die bevorstehende Abfahrt.  Wenn mir das ganze kein Spaß machen würde, würde ich natürlich nicht mitfahren.

PG: Auf welchen Tourstop freust du Dich am meisten?

BM: Eigentlich freue ich mich auf alle Stopps. Auf Chamonix habe ich mich allerdings besonders gefreut, das Face vom letzten Jahr liegt mir.

PG: Was machst du neben dem Skifahren? Wir haben gesehen, dass du die Branche wechselst und deine Skills auf der Tanzfläche verbesserst. Wir konnten dich ja bei Dance, Dance, Dance bewundern. Was ist da dran?

BM: (Bene lacht.) Das war eine tolle Erfahrung. Die Veranstalter von Dance Dance Dance haben einen Sportler gesucht, der dort mitmacht. So bin ich über meine Sponsoren angesprochen worden.

PG: Wie liefen die Vorbereitungen für den Tanzevent ab?

BM: Wir haben 3 Monate lang, 6 Tage die Woche 8 bis 10 Stunden am Tag trainiert. Das sonstige Training im Fitnessstudio ist im Vergleich deutlich weniger anstrengend.

PG: Vielen Dank für dein Interview und viel Erfolg bei der FWT 2017!

 

Felix Wiemers

PG: Hi Felix, gestern waren wir auch auf der Welcomeparty und haben einen ersten Eindruck bekommen wie sich einige Fahrer der Tour die Zeit vertreiben. Wie läuft das Ganze tagsüber ab?

FW: Wir wollen alle fahren und haben uns riesig gefreut, dass die Tour nun endlich losgeht. Wenn ein Contest ein, zwei Tage verschoben wird, versuche ich die Anspannung hoch zu halten. Allerdings sollte man sich auch nicht verrückt machen. Wie sonst auch versuche ich so oft es geht auf den Ski zu stehen. Heute ging es schon früh los auf den Berg. Wir Fahrer hatten alle ein Safety Camp wo wir z.B. das Recco System näher erläutert bekommen haben, welches ab diesem Jahr Pflicht bei der FWT ist. Interessant war auch eine Sonde, mit welcher man Schneeprofile digital erfassen kann und dadurch Schwachschichten in der Schneedecke aufzeigt. Das kann gerade in unbekannten Regionen behilflich sein, in denen man nicht das ganze Jahr vor Ort ist. Dadurch bekommt man dann einen besseren Eindruck vom Schneedeckenaufbau. Nicht überall gibt es so gute Lawinenvorhersagen wie in den Alpen. Auch wurde uns gezeigt wie die Bergrettung in Frankreich funktioniert. Hier übernimmt dies nämlich die Polizei.

Benjamin Eggert, Felix Wiemers

PG: Wie bist Du zum Skifahren gekommen?

FW: Ich bin in der nähe von Marburg in Hessen aufgewachsen. Die Region ist jetzt nicht berühmt fürs Skifahren, aber da meine Eltern eine Ferienwohnung im Zillertal haben, bin ich auch schon in jungen Jahren viel Ski gefahren. Mittlerweile wohne ich das ganze Jahr im Zillertal, in der Nähe von Mayrhofen, und versuche so viel es geht Ski zu fahren.

PG: Auf wie viele Skitage kommst du so in der Saison. Zählst du noch die Tage?

FW: Das Zählen habe ich aufgegeben. Aber ich schätze diesen Winter sind es schon ca. 50 Tage. Ich versuche mich bereits im Herbst auf dem Gletscher vorzubereiten. In guten Wintern komme ich dann bestimmt auf 150 Skitage.

PG: Wie gehst du mit einer Änderung im Terminplan der Tour um?

FW: Ich habe mir die Zeit für die Tour immer geblockt. Somit stört mich eine Terminänderung eigentlich nicht. Ansonsten bin ich viel beim Filmen unterwegs.  Dort haben Wir ein Projekt mit 6 Fahren: MIDIAFILM. Letztes Jahr haben wir  einen 23 minütigen Film gemacht mit dem Titel Characters on Skis. Zum Filmen sind mindestens drei Fahrer mit den Filmern unterwegs, alle sechs haben gleichzeitig meist keine Zeit. Insgesamt sind 50 bis 60 Drehtage für den letztjährigen Film bestimmt zusammen gekommen.

PG: Auf welchen Tourstop freust du dich am meisten?

FW: Eigentlich ist jeder Tourstop super, aber auf Andorra freue ich mich riesig, genauso auf Fieberbrunn, da habe ich letztes Jahr auch ganz gut abgeschnitten.

PG: Vielen Dank für dein Interview und viel Erfolg bei der FWT 2017!

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