13.03.2017

Contestgeschehen 12 2016/17| Crunch Time

Schwierige Schneeverhältnisse machen FWT und FWQ noch immer zu schaffen

Die FWT benennt das Event in Fieberbrunn 'Crunch Time' und genau das war auch Programm. In Nendaz und in der Axamer Lizum mussten aufgrund von zu hoher Lawinengefahr Contests abgesagt werden. Alles weitere hierzu in der Nachlese zum aktuellen Contestgeschehen:

Fieberbrunn | Crunch Time

Wer das Event nochmal anschauen will, findet das Livestream Replay hier:

Während sich die Organisatoren der FWT der Kritik vom letzten Jahr angenommen haben und das Face am Wildseeloder diesmal komplett gesprengt wurde, bleibt die Grundproblematik des dritten Tourstopps als Vorausscheidung und des Fieberbrunn Faces generell vorhanden. Und wurde, interessanterweise nur bei den Ski Herren, mehr als deutlich. Hier zerschellten einige Fahrer beim Versuch, in der Tour zu bleiben und ihre angestrebte Karriere fortzusetzen. Das Face bietet im oberen Bereich nur wenige Möglichkeiten um sich vom Rest des Fahrerfeldes abzuheben. Und alle diese Möglichkeiten erlauben keine Fehler. Im Zwischenteil wurden so manchem die Ablagerungen der Sprengaktionen zum Verhängnis (wie im übrigen auch im vergangenen Jahr Snowboarder Sascha Hamm, der seitdem seinen Arm nicht mehr bewegen kann). Da der Männercontest weder schön anzuschauen noch spannend war, bleibt darüber nur zu sagen, dass mit Turdell, Barkered und Pehota Rider auf dem Podium standen, die sich ihrer Sache sicher waren und gut auf dem Ski stehen.

D. Daher Reine Barkered

Natürlich wählten auch manche Ski Herren smarte Lines oder verzichteten komplett auf gefährliche Action, nachdem schon 3-4 Mal der Heli da war und ihre Freunde aus dem Face geholt hat. Dass der dritte Tourstopp so ausarten kann ist mittlerweile bekannt. Die Organisatoren können davon ausgehen, dass es zumindest ein paar immer drauf anlegen werden. Man sollte auf jeden Fall darauf reagieren, denn Fieberbrunn wird auch in den kommenden drei Jahren weiterhin FWT-Partner sein. Und vielleicht sollte man im Nachhinein die Dinge auch lieber benennen und dazu stehen und nicht nur alles immer als „extrem spektakulär“ vermarkten - andererseits nennt man das Event ja von vorne herein schon „Crunch Time“. So ein Contest kann weder die Leute fürs Freeriden begeistern, noch den Nachwuchs an Contestfahrern motivieren, vernünftig Ski zu fahren, noch eine gesunde Karriereperspektive bieten.

Bei den Snowboard Herren wurde dann von Sammy Luebke gezeigt, wie man durch intelligente Linienwahl den Hang sicher, mit Stil und trotzdem spektakulär bewältigen kann und dabei auch noch die meiste Zeit im Powder unterwegs ist, anstatt auf dem vom Neuschnee befreiten Altschnee oder in Lawinenkegeln zu fahren. Hier sein Run:

Zweiter wurde Jonathan Penfield (USA). FWT-Neuling Thomas Feurstein aus Schruns (AUT), der beim Auftaktevent Zweiter geworden war, arbeitete sich zunächst durch einen extrem steilen, technisch anspruchsvollen Bereich. Er beendete den oberen Steilhang mit einem Sprung und vergnügte sich im unteren Bereich mit mehreren Freestyle-Tricks. Das bedeutete Platz drei in Fieberbrunn sowie den zweiten Platz in der Gesamtwertung: „Das zweite Mal am Podium zu sein, macht sehr viel Spaß und taugt mir gut. Wenn man von drei Events zweimal am Podium steht, das hat was! Ich will für die weitere Saison fit und gesund bleiben und weiterhin gute Ergebnisse einfahren.“

Die Damen, Snowboarderinnen wie Skifahrerinnen, fuhren vom etwas tiefer gelegenen Startpunkt alle an die Verhältnisse angepasst und sorgten für einen sehenswerten Wettbewerb.

Lorraine Huber aus Lech am Arlberg (AUT), die den zweiten FWT-Stopp in Andorra gewonnen hatte, begann ihren Lauf mit einem doppelten Cliffdrop und legte dann noch drei weitere Sprünge hinterher. Ihre äußerst flüssige und schnelle Fahrt brachte ihr 91,33 Punkte und damit den Sieg. Die Vorarlbergerin fährt nun als Führende der Rangliste nach Haines/Alaska. Platz zwei in Fieberbrunn ging an Eva Walkner (AUT, Gesamtsiegerin im letzten Jahr), die eine ähnliche Linie wie Huber vorgelegt hatte. Walkner ist als Fünfte der Rangliste ebenfalls in Alaska dabei. „Ich habe heute eine sehr coole Linie gewählt, bin aber bewusst ein bisschen verhalten gefahren, weil es um den Cut für Alaska ging und ich keinen Sturz riskieren wollte. Mit dem zweiten Platz bin ich sehr happy.“ Dritte wurde Hazel Birnbaum (USA). Die zweimalige Weltmeisterin Nadine Wallner (AUT) belegte Platz acht und verpasste damit die Qualifikation für Haines.

D. Daher Lorraine Huber

Marion Haerty (FRA) holte wie schon beim zweiten FWT-Stopp in Andorra auch in Fieberbrunn den Sieg bei den Snowboard Damen. Sie verband schöne Powder-Turns mit stylishen Airs. Zweite wurde Shannan Yates (USA) vor Audrey Hebert (CAN). Die Halfpipe-Olympiasiegerin von 1998 und Xtreme-Verbier-Siegerin 2015 Nicola Thost (GER), Zweite beim Saisonauftakt, suchte sich oben den Weg durch eine technische Rinne mit einem abschließenden kleinen Cliffdrop. Mit ihrem verspielten Run eroberte sie Platz fünf. Als Vierte der Gesamtwertung hätte sie nach Alaska mitfahren können, verzichtete jedoch darauf, weil sie ihre Karriere mit dem Stopp in Fieberbrunn beenden will.

Manuela Mandl aus Wien (AUT), die beim zweiten FWT-Event den dritten Platz belegt hatte, suchte sich eine Linie mit viel frischem Tiefschnee und schloss den oberen Teil mit einem kleinen Sprung ab. Ein sicher gestandener weiter Air im unteren Teil brachte ihr abschließend Platz vier. In der Gesamtwertung erreichte sie Rang fünf. Für sie ist damit die FWT-Saison zwar beendet, sie will aber versuchen, sich über die Qualifier-Events für die FWT im nächsten Jahr zu qualifizieren.

Nendaz

Einen guten Grundstein für die Wiederqualifikation hat Manuela Mandl schon gelegt, denn sie konnte die Punkte für den Sieg aus dem 2* und 4* FWQ in Nendaz mit nach Hause nehmen. Der 4* FWQ konnte aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden, wie man eindrücklich sieht:

Die Ergebnisse des 2*Contests wurden für den 4* übernommen, aber nur wie bei einem 3* Event gewertet. Carl Regnér Eriksson gewann bei den Ski Männern, Maude Besse bei den Damen, und Ludo Guillot-Diat bei den Snowboard Herren. Hier geht’s zum Eventvideo

Axamer Lizum

In der Axamer Lizum wird heuer kein Contest mehr stattfinden. Der für gestrigen Sonntag geplante 3* Bewerb musste aufgrund der derzeit kritischen Lawinensituation abgesagt werden und weiteren Ersatztermin wird es keinen geben. Mit dem 4* Contest in Obergurgl vom 24. bis 26.3. findet aber bald das Highlight in Tirol statt.

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