14.03.2017

Materialtest | Scott Scrapper 115

Big Mountain Twintip aus dem Hause Scott

Scotts beliebter Scrapper 124 hat nun einen kleinen Bruder bekommen, der wendiger und zugleich ein Allroundtalent sein soll. Nicht nur auf der Leinwand in „La Liste” überzeugt der Ski durch spektakuläre Bilder, sondern auch im PG Härtetest zeigt sich der Ski von seiner besten Seite. Die Kombination aus Leichtbauweise und der rassigen Abfahrtsperformance machen den Ski sehr interessant für Freerider, die auch mal den ein oder andern Anstieg für eine Big-Mountain Line in Kauf nehmen.

Antonia Sauter Adrian Sauter Val d'Isère

Tester und Testbedingungen

Ich bin 178 cm groß, wiege etwa 65 kg, fahre sportlich Ski und gehe auch mal die eine oder andere Skitour. Eine ordentliche Abfahrt steht aber immer im Vordergrund. Montiert wurde eine Fritschi Vipec auf dem empfohlenem Montagepunkt.

Der Ski war insgesamt an ca 20 Skitagen und einer Handvoll Skitouren zwischen 600 und 1500 hm im Einsatz.
So abwechslungsreich wie der Winter in den Westalpen waren auch die Bedingungen, in denen der Scrapper getestet wurde. Die meisten Tage absolvierte der Ski in hartem und verspurten Gelände. Insgesamt macht er aber von ausgefahrenen Couloirs bis zu Treeruns bei Neuschnee alles mit und entpuppte sich als ziemlicher Allrounder.

Erster Eindruck

Zu allererst fällt natürlich das niedrige Gewicht auf. Mit nur 1700 Gramm pro Ski ist das Teil für die Breite wirklich sehr leicht. Beim Durchbiegen spürt man gleich den härteren Flex und die Steifigkeit, welche ich bei dem Shape nicht erwartet hätte. Der Ski macht direkt einen hochwertigen Eindruck. Das Design finde ich schlicht und ansprechend. Positiv fällt auch die recht unempfindliche Skioberfläche auf.

Der Scrapper hat ein solides Innenleben aus einem im ganzen Ski durchgängigen Paulownia Kern. Paulowniaholz hat den Vorteil, dass es sehr leicht und steif ist und trotzdem einen natürlichen Flex behält. Der Ski wurde auch an schneearmen Tagen gefahren und überlebte trotz Leichtbauweise auch mal etwas größeren Steinkontakt ohne dass direkt eine Kante ausgerissen ist...

Testbericht

Die wahre Stärke zeigt der Ski mit 115er Mittelbreite natürlich bei ordentlichem Neuschnee. Dort schwimmt er ausgezeichnet auf, gibt einen super Rebound und auch mittlere Drops macht der Ski gut mit. Den fehlenden Zentimeter Breite im Vergleich mit dem großen Brudermodell habe ich nie vermisst und die schmalere Ausführung scheint nichts an der Tauglichkeit für die tiefen Tage verändert zu haben.

Adrian Sauter Scott Scrapper 115 Val d'Isère

Der Ski fühlt sich insgesamt bei hoher Geschwindigkeit pudelwohl. Er lässt sich dabei gut steuern und schenkt viel Vertrauen. Der straffe Flex erlaubt auch Spurtreue im Zerfahrenen und absorbiert Unebenheiten sehr gut. Wenn es sehr ruppig wird, kommt der Ski dann aufgrund seiner leichten Bauweise etwas aus der Ruhe, wenn man konzentriert fährt, stellt das allerdings kein Problem dar. Die Bindung ist für meinen Geschmack etwas weit hinten montiert, ich bin bisher eher etwas zentraler montierte Ski gewohnt. Man kann sein Gewicht gut nach vorne verlagern und hat keine Angst einzutauchen. So kann man schonmal aufs Gaspedal drücken wenn die Bedingungen passen und auch bei höheren Geschwindigkeiten fängt der Ski nicht zu flattern an. Im Gelände empfand ich den Ski als etwas drehfreudiger und weniger träge als auf der Piste. Für einen Ski mit der Mittelbreite schneidet der Scrapper aber bei keinen Bedingungen schlecht ab. Ins Carven kommt man mit recht hohem Einsatz, dann macht der große Radius von 23 m allerdings ziemlich Spaß.

Der Scrapper macht auch ein paar Aufstiege sehr gut mit. Nicht nur beim Touren, sondern auch am Rucksack macht sich das geringe Gewicht positiv bemerkbar. Man überlegt sich eher mal, auch etwas längere Aufstiege in Kauf zu nehmen und die entlegensten Ecken zu entdecken.

In der Ausftiegsspur lassen sich Querungen und eisige Stellen wesentlich besser meistern als mit Ski ähnlicher Breite. Der harte Flex und gemäßigte Rocker ist da sicherlich behilflich. Bei Frühjahrsbedingungen bringt man den Ski dann allerdings schnell an seine Grenzen. Die Twintips erschweren etwas die Fellbefestigung und man kann den Ski nicht so gut in den Schnee rammen.


Fazit

Mit der montierten Tourenbindung ist der Scrapper ein vielseitiges Set Up für gute Tage. Er überzeugt durch seine Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und kommt mit fast jeder Situation klar. Wer einen echten Bigmountain-Ski sucht, den man auch mal auf die ein oder andere Tour nehmen kann, ist mit dem Scrapper gut beraten.

 

Vor- und Nachteile

+geringes Gewicht
+recht stabil
+Allround Eigenschaft
+sehr wendig
-Twintips

Details

UVP €579,99
182 cm 23 m Radius 1700 g
189 cm 24 m Radius 1800 g
142-115-131
Twin-Tip Rocker
Vollholzkern
Freestyle-Finish

Hier geht es zur Website von Scott mit weiteren Informationen.

Dieses Produkt wurden Powderguide kostenfrei vom Hersteller zum Testen zur Verfügung gestellt. Wie wir testen erfahrt ihr in unserem Test-Statement.

 

 

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Kommentare / Diskussion

Antworten: 3

Letzter Beitrag: 14.03.2017

Gefährlich? Das wäre wunderschön! Hatte schon mit wenig Hoffnung geguckt ob Ihr nicht doch Recht hättet.
In 198 wäre der tatsächlich gefährlich! Danke für den Hinweis Kartoffelstampfer, den Ski gibts natürlich in 182 und 189
Danke für den Bericht, und danke für den Freudschen Verschreiber. Denn in 198 wäre der mal wirklich interessant.
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