20.11.2009
Tobi Kurzeder

600 Skitage und acht Snowsafaris: Japan, USA, Kanada, Europa, Südamerika

Snow-Safaris – der Schnee-Reisende Patrick Fux im PG-Interview

Patrick Fux, der Schneereisende

Der Freeskier Patrick Fux stammt aus dem Walliser Skiort Grächen und lebt in Zürich, wo er manchmal auch arbeitet und von wo er seit nunmehr neun Jahren die (Schnee-)Welt mit Ski bereist. Dabei kamen in den letzten Jahren nicht nur an die 600 Skitage zusammen, – quasi nebenbei entstanden unzählige beeindruckende Fotos aus allen Teilen der Wintersportwelt. 

 

 

 

PowderGuide: Hallo Patrick! Wer bist du und was zieht dich jedes Jahr aufs Neue fünfzig Tage in den Schnee??

Patrick Fux: Ein arbeitender Schweizer wie fast alle von uns, nur mit dem Unterscheid, dass ich alles "für den Schnee" mache. Im Sommer arbeite ich fast Tag und Nacht damit ich im Winter soviel Schnee bekommen kann wie nur irgendwie möglich. Ansonsten ein ganz normaler Typ, der einfach ein bisschen süchtig nach Tiefschnee ist und dies obwohl ich die Kälte gar nicht so mag… 

PG: Seit wie vielen Jahren bereist du Europa, Nord- und Südamerika sowie Japan mit deinen Ski?

Patrick: Begonnen hat alles vor neun Jahren als ich zum ersten Mal in Kanada Heliski gefahren bin. Nach der ersten Abfahrt wusste ich, dass ich mein altes Hobby, das Skifahren wieder neu aufleben lasse, nur diesmal abseits der Piste. Seither zieht es mich jedes Jahr in die Ferne.

PG: Du nennst deine Reisen Snow-Safari? Wie sehen deine Snow-Safaris aus?

Patrick: Das Wort Safari birgt etwas Abenteuerliches in sich. Genau aus diesem Grund entstanden meine Snow-Safaris. Grundsätzlich plane ich seit sechs Jahren fast gar nichts mehr. Nur den Flug, die erste Nacht im Hotel und ein Auto. Im Gepäck viel Ausrüstung und ein Notebook. Bereits im Dezember beobachte ich die Schneeberichte in den Ländern, die ich bereisen werde. Dann am Ankunftstag und an jedem folgenden Tag heißt es mindestens eine halbe Stunde oft auch länger die Wetterkarten studieren und gemeinsam mit Freunden die Reise für die kommenden 1-5 Tage festlegen. Der Aufwand pro Tag liegt meist bei ein bis zwei Stunden am Notebook und den Routenplanern. Ziel ist es, jedem Tiefdruckgebiet einen Tag voraus zu sein um dann den Tiefschnee so richtig zu genießen. Lange Autofahrten, 500-1000 km, sind nicht selten die Folge aber es lohnt sich und die Highways in den USA sind super ausgebaut und locker zu fahren

PG: Ziehst du immer alleine los – und wie findest du vor Ort zuverlässige Skipartner, ohne die sich bekanntlich nur schlecht Aktionen im Backcountry durchführen lassen?

Japanischer Powder im Backcountry von Happo One.

Patrick: Am Anfang war das nicht immer einfach. Niemand kannte mich und ich war in den ersten zwei Jahren auch noch nicht so im Internet mit meinen Snow-Safari-Berichten präsent. Ab dem dritten Jahr wurde es sehr schnell einfacher. Die Berichte in Amerikanischen als auch Australischen Ski Foren haben viele Interessenten aufmerksam gemacht und immer mehr haben die Safaris verfolgt und sich jeweils angeboten die Gebiete gemeinsam zu erkunden und auch das eine oder andere "Local Secret" preiszugeben. Meine immer sehr offen geäußerte Meinung zu den jeweiligen Skigebieten hat oft zu Diskussionen geführt und diese wiederum zu neuen Kontakten. Ab dem fünften Jahr fuhr ich kaum noch einen Tag alleine.

PG: Wie viele dieser Snow-Safaris hast du bereits unternommen?

Patrick: Die ersten beiden Jahre waren noch "Kurzurlaub" also nur 3-4 Wochen mit Heliskiing in Kanada und dann noch ein paar Skigebiete vorher und nachher. Ab dem dritten Jahr waren es dann jeweils 6-12 Wochen und dies war der Beginn der Snow Safaris. Im Januar 2010 startet die achte Safari in Japan.

PG: Wie planst du deine Touren? Kurzfristig, nach der Schneelage, oder weit im Voraus?

Patrick Fux Nick Kowal Tsugaike Hakuba Backcountry, Japan

Patrick: Immer Aufgrund der Schneelage und der kurz- und mittelfristigen Wettervorhersage. Es muss Neuschnee sein - ansonsten wird es mir sehr schnell langweilig. Meistens kann ich 3-6 Tage vorausplanen. Das kann schon mal daneben gehen, besonders da die Wetterprognosen in den USA nicht gerade die Besten sind. All die Jahre haben mir viel Erfahrung gebracht und so sind "Fehlentscheidungen" nicht mehr so häufig. Trotzdem kann es schon mal richtig schief gehen; so wie im Jahre 2008: Von Utah in zwei Tagen nach Banff in Britisch Columbia und der Schnee blieb aus, von dort nach nur einem Tag nach Vancouver. Es sollte entweder in Whistler oder Mt. Baker Schnee geben. Es kam aber nur Regen. Nach zwei langen Tagen im Auto zurück zum Anfang in Salt Lake City und da gab es dann auch Schnee. 4500 km für nix? Pech?!

 

Bilder aus der letzten Snow-Safari 2009

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