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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Skigebiete und die Angabe der Schneehöhe


Caluzo
20.01.2011, 17:08
Liebe Community,
ich bin absolut kein Fachmann und würde deswegen gerne mal folgendes Wissen.

Wie bemessen Skigebiete ihre Schneehöhe?
Ich möchte zur Erklärung kurz 2 Beispiele abgeben.

1. Saalbach-Hinterglemm Mitte März 2010
Abfahrt Samstag am frühen Morgen, aus Interesse nochmal schnell die HP vom Skicircus gecheckt um die Schneehöhe zu wissen. Angabe: Tal 40 cm usw.
Ankunft Samstag Mittag. Schnee im Tal per Auge sichtbar = 0 cm, auf der Piste mit liebe 10-20 und Grashalmen im Tal. Wo da 40cm noch liegen sollen war mir schleierhaft.

2. Schladming 15.01.2011
Angabe Freitag Abends: 90!cm im Tal. Da kann man doch eigentlich von einer Talabfahrt ausgehen oder? Also mit viele liebe und zusammenkratzen des Schnees an einer Stelle kommt man mit gutem Willen auf 30. 90 cm sehen irgendwie anders aus dachte ich immer. Seitdem hat es dort nicht mehr geschneit und recht warm war es ebenfalls. Am Mi wurden immernoch 90cm angepriesen.

Also wie sehr verarschen die uns Normalos eigentlich? Oder berechnen die ganz anders? Denn Vertrauen kann man den Angaben ja offensichtlich aus meiner Sicht nicht.

Natürlich hat Schneehöhe nix mit Qualität zu tun. Aber so dermaßen falsch finde ich schon dreist.

Vielen Dank für eure Antworten

Calle

Romarius
20.01.2011, 17:50
ja, das ist dreist aber auch nicht verwunderlich. Da Werbung immer nicht ganz die Wahrheit sagt. Und Schneehöhenangaben sind genauso wie Pistenzustand Aushängeschilder der Skigebiete.
Meiner Erfahrung nach werden zu Beginn der Saison die gefallenen Neuschneezentimer addiert, diese dann leicht reduziert und die jeweils neuen Schneezentimeter dazu addiert. Solange bis man grob etwa 1m Schnee erreicht hat. Danach scheint man eher nicht so gewillt weit nach oben auszuschwenken, da zu viel Schnee bekanntlich abstoßend wirken kann (nach dem Muster "viel Schnee = viele und große Lawinen = große Gefahr")
Andererseits auch blöd sich auf die Daten der Skigebiete zu verlassen, schließlich ist deren Ziel ja möglichst viele Kunden anzulocken und nicht eine möglichst präzise wissenschaftliche gesicherte Angabe zu machen.
Die Daten der nationalen Lawinenkomissionen werden bekanntlich aus einem anderen Antrieb heraus bereitgestellt: umfassende und objektive Daten zu erheben.
Welche man nun hernimmt, bleibt einem selbst überlassen ;)

Tobi
20.01.2011, 19:06
nun ja Herr Kollege: von blöd würde ich nicht sprechen. Und ich sehe das auch nicht pauschal so. Es gibt meiner Meinung nach viele Gebiete, die ziemlich ehrliche Schneehöhen veröffentlichen. Und auch bei mir zu Hause kann man sich grob drauf verlassen.
Ich finde es eher "blöd" von den Skigebieten, unzutreffende Daten zu veröffentlichen, weil das a) Verarschung ist und wenn sich der Kunde, sprich der Gast b) verarscht vorkommt, geht er halt nächstes Mal in ein anderes Gebiet.
Für viele Gebiete in der CH, die ihre Angaben täglich aktualisieren, sind die Angaben durchaus seriös.
Klar, und irgendwie auch verständlich, werden die Messerungen mit einer gewissen "Brille" getätigt, und man versucht natürlich, die Bedingungen eher besser als sie sind, anstelle schlechter als sie sind, zu präsentieren.
Ich würde mich bei den Gebieten, die falsche Angaben machen, beschweren und in Aussicht stellen, dass solches Verhalten die Auswahl eines Skigebietes beeinflussen kann und wird.
Ich denke, wenn das einige Leute machen, werden die sehr schnell reagieren…
Ciao, Tobi

PS: in Ordnung ist solches Verhalten viele Skigebiete natürlich nicht
PPS: verständlicherweise misst man natürlich nicht am schneeärmsten Ort, das würde ich auch nicht tun :-)

randy_random
20.01.2011, 19:16
Hy, erstmal finde ich des Topic sehr spannend und mache mir auch schon seit längerem Gedanke darüber.

Ich finde hier muss auch mal gesagt werden, dass es einige Gebiete gibt die recht ordentlich und genau die Neuschneemengen und Schneehöhen aktualisieren. Spontan fällt mir da sofort das Kitzsteinhorn und der Krippenstein ein.
Natürlich hast du auch mit deinem negativ Beispiel Planai recht, davon gibt es sehr viele wie auch zB das Zillertal beweist, da wird nur sehr selten nach unten korregiert.
LG

spitz
20.01.2011, 19:53
Hi also für Saalfelden kann ich dir sagen wie die Schneeverhältnisse zurzeit dort sind. Kenne jemand der da öfters ist, weis allerdings nicht wann er wieder unten ist vor 2 Wochen wars allerdings noch ganz ok. War die erste letzte Dez. Woche dort da war s so das es genügend Schnee war um alle Pisten ganz gut zu fahren Abseits ging allerdings recht wenig da unter dem Neuschnee einfach nur ein Harschdeckel war. Denke schaut momentan wieder genauso aus da es ja die letzten paar Wochen sehr warm war.

Die 40 cm werden wohl momentan irgendwo auf 2.000 Meter im Schatten sein ^^

Romarius
20.01.2011, 21:01
ja, die meisten österreichischen Gebiete, aber auch insb. die Gletschergebiete geben da sehr seltsame Werte an. Meiner Erfahrung nach, je mehr Pauschaltourismus, desto mehr wird gedreht.

Blöd von den Urlaubern finde ich es insofern, als dass man unreflektiert den Werte eines Unternehmens glaubt, das genau damit sein Geld verdient. Aber es soll ja auch Menschen geben die auf die Wirkung von probiotischen Zellkulturen schwören und ihre positive Wirkung auf die freien Radikalen eines Eimers Farbe, oder so ähnlich.

Caluzo
20.01.2011, 21:44
also eins ist ja klar, wenn ich im dez. einen urlaub buchen kann ich die bedingungen nicht mal für ende januar ablesen. der urlaub ist gebucht. egal wie es ist. Damit gewinnen die gebiete also niemanden.
verlieren tun die skigebiete ja diejenigen die kurzfristig buchen und sich halbwegs auf deren angaben verlassen. schließlich werden diese ja auch hier auf powderguide so wiedergegeben????
und diejenige wie ich, die sich auf gute bedingungen kurz vorher freuen und enttäuscht werden, verlieren sie ebenfalls.

also markenting mäßig gewinnen diese gebiete nichts, in meinen Augen.

naja im prinzip kann man ja sowieso nix dagegen machen das ist klar. aber interessant finde ich das ganze allemal :)

tuff_enuff
21.01.2011, 10:59
ich seh das so: die angabe von schneehöhen eine ganz nette sache, allerdings kann man daraus sowieso nicht lesen, wie die tätsächlichen verhältnisse sind. 60cm können fluffiger, lockerer schnee, aber auch zusammenplaniert, hart und eisig sein.

ich schau deswegen ganz gern mal auf die webcams, da kann man sich einen groben überblick verschaffen, wie die schneelage nun wirklich ist.
ein hoch auf die moderne technik! ;)

Romarius
21.01.2011, 11:04
ich schau deswegen ganz gern mal auf die webcams, da kann man sich einen groben überblick verschaffen, wie die schneelage nun wirklich ist.
ein hoch auf die moderne technik! ;)

und auch den LLB und den ConditionsReport ;)

das sind zumindest meine Planungstools.

tuff_enuff
21.01.2011, 12:08
ja, genau so siehts aus!
am liebsten schau ich mir ja die neuschneeprognose an... allerdings ist das ein spiel mit dem feuer, leider ändert sich die wettervorhersage ja recht oft und dann wirds in der realität statt dunkellila doch nur grün/braun :(

Zauchenseefan
04.03.2011, 16:24
War da kürzlich auch etwas stutzig: Am Hochficht waren's laut Homepage am Berg 90cm. Oben auf dem Berg steht nun dummerweise auf der Piste so eine Messlatte, dort reichte der Schnee nicht mal ganz auf 50cm. Ich verlasse mich deshalb weniger auf die absoluten Werte als auf die grobe Tendenz: Werte unter 50cm bedeuten höchste Schneemangelstufe, 50cm bis 100cm sagt mir, dass es dank Beschneiung ganz ordentlich geht, die Landschaft aber auch viel grün enthält. Erst Werte über 100cm bedeuten in den meisten Fällen: Richtig viel Powder. Und ob dieser Powder dann auch noch gut ist, ist natürlich nochmals eine andere Frage.