Romarius
22.10.2011, 16:59
Passend zur gestrigen Österreich-Premiere von All.I.Can, hier mal meine Meinung zu dem Film.
Filmkritik All.I.Can
All.I.Can ist der beste Freeridefilm aller Zeiten. Mit Abstand. Und ich habe seit Blizzard of Ahhhs wirklich viele Stunden damit mit Popcorn und Bier bei Betrachten von Skifilmen verbracht. Warum ich dieser Meinung bin? Dafür gibt es aus meiner Sicht einige Gründe
Spannungsbogen
All.I.Can ist der erste echte Freeridefilm mit einem erkennbaren Spannungsbogen. Statt einer Aneinanderreihung von Actionszene an Actionszene erzählt All.I.Can viele kleine Geschichten, die zum Ende, dem Höhepunkt „Kapitel: Realisation“, führen. Und diverse Aktionen und Lines werden zunächst kurz angeschnitten und erst später vollständig gezeigt. Sehr spannend.
Handlung
All.I.Can hat entgegen der meisten Streifen einen erkennbaren Handlungsverlauf. Unterteilt in Kapitel wird ein jeweils besonderer Aspekt herausgestellt. Vom Ursprung bis zur Realisation. (Die Kapitelunterteilung kennen viele sicher von z.b. Hollywoodstriefen wie „Kill Bill“)
Eigenkritik
Die All.I.Can Akteure sind sich ihres Handelns bewusst. Helikopter, Skidoos, Pickuptrucks, Flugzeuge, Materialherstellung. All dies ist erst möglich durch die Nutzung von Kohlenstoffen und deren Auswirkungen auf das Weltklima beim Verbrauch. Diese dem Skisport inhärente Problematik wird erstmals als Hauptthema eines Freeridefilms vorgestellt. Freeride-Spass versus Gewissenskonflikte. Sicher, die Macher fliegen auch mit dem Heli die steilen Alaskaspines an um atemberaubende Bilder zu produzieren, aber sie setzen dies aufwändige Filmart nur begrenzt ein.
Aber sind wir ehrlich: wir meckern, dass durch diese Reisen und Heli-Aktionen der Umwelt weiterer Schaden zugefügt wird, gleichzeitig erwarten wir allerdings auch solche actionreiche Bilder aus atemberaubenden Kameraperspektiven. Und der Großteil aller deutschsprachigen Freerider mit dem wöchentlichen SUV-Krankheitenrennen zum Tiroler Gletscher (nur um noch die letzten Gletscherreste möglichst schnell zu zerstören) ist keinen Deut besser. Mich eingeschlossen.
Musikalische Betonungen
All.I.Can unterstreicht mit einem sehr abwechslungsreichesn Musikrepertoire, daß das Gesamterlebnis für den Zuschauer im Vordergrund steht. Hardcore-Gitarrenklänge, wenn die Action zu sehen ist, sanfte Klänge bei stimmungsvollen Zeltabenteuern und Elektroklänge bei eindrucksvollen Zivilisationsaufnahmen. Gar klassische Streichmusik vernahmen wohlwollend meine Ohrmuscheln.
Fazit
Eine mögen kritisieren, dass sich die gezeigte Action im Film etwas versteckt. Im Vordergrund steht die Message. Ton, Handlung und Spannungsbogen lenken fast von der Skiaction ab. Dabei wird diese trotz vieler sogenannter „Hike to ride“ mit Tourenski und Fellen durchaus geboten. Bigmountainlines vom Zeltcamp irgendwo auf einem riesigen Grönland-Gletschern, Treeskiing mit massiven Pillowlinien in Kanada oder das integrierte Heliskisegment mit dem klassischen Steilwand-Powder-Runterspringen in Alaska
Der Kritikpunkt ist und bleibt der Wunsch nach Veränderung hin zu einem wirklich grünen Freeriden. Klar, unsere Kindeskinder sollen auch noch in Ski und Schneegenuss kommen. Doch, ob die Akteure des Films hier wirklich als Vorbilder gelten? Dies darf bezweifelt werden. Immerhin versuchen sie den Fokus auf Nachhaltiges Handeln zu legen und die Zuschauer dahingehend zu motivieren umzudenken. Die ignorieren ihr eigenes kontraproduktives Handeln nicht einfach, sondern versuchen durch ihre Arbeit positive auf alle Beteiligten einzuwirken.
Ob all dies auch die jugendliche Baggyfraktionszuschauer mit ihren „sick“ und „oidaa“ Zwischenrufen bzw. vorpubertärem Rumgekicher verstanden hat, darf bezweifelt werden. Immerhin war auch diese kleine Zuschauergruppe kurz begeistert als die einzige Urban-Freestyleszene gezeigt wurde – denn alleine diese eine Szene hatte mehr Action und mehr künstlerisches Können vereint als andere Filme dieses Genres in ihrer Gesamtspielzeit aufbringen.
Filmkritik All.I.Can
All.I.Can ist der beste Freeridefilm aller Zeiten. Mit Abstand. Und ich habe seit Blizzard of Ahhhs wirklich viele Stunden damit mit Popcorn und Bier bei Betrachten von Skifilmen verbracht. Warum ich dieser Meinung bin? Dafür gibt es aus meiner Sicht einige Gründe
Spannungsbogen
All.I.Can ist der erste echte Freeridefilm mit einem erkennbaren Spannungsbogen. Statt einer Aneinanderreihung von Actionszene an Actionszene erzählt All.I.Can viele kleine Geschichten, die zum Ende, dem Höhepunkt „Kapitel: Realisation“, führen. Und diverse Aktionen und Lines werden zunächst kurz angeschnitten und erst später vollständig gezeigt. Sehr spannend.
Handlung
All.I.Can hat entgegen der meisten Streifen einen erkennbaren Handlungsverlauf. Unterteilt in Kapitel wird ein jeweils besonderer Aspekt herausgestellt. Vom Ursprung bis zur Realisation. (Die Kapitelunterteilung kennen viele sicher von z.b. Hollywoodstriefen wie „Kill Bill“)
Eigenkritik
Die All.I.Can Akteure sind sich ihres Handelns bewusst. Helikopter, Skidoos, Pickuptrucks, Flugzeuge, Materialherstellung. All dies ist erst möglich durch die Nutzung von Kohlenstoffen und deren Auswirkungen auf das Weltklima beim Verbrauch. Diese dem Skisport inhärente Problematik wird erstmals als Hauptthema eines Freeridefilms vorgestellt. Freeride-Spass versus Gewissenskonflikte. Sicher, die Macher fliegen auch mit dem Heli die steilen Alaskaspines an um atemberaubende Bilder zu produzieren, aber sie setzen dies aufwändige Filmart nur begrenzt ein.
Aber sind wir ehrlich: wir meckern, dass durch diese Reisen und Heli-Aktionen der Umwelt weiterer Schaden zugefügt wird, gleichzeitig erwarten wir allerdings auch solche actionreiche Bilder aus atemberaubenden Kameraperspektiven. Und der Großteil aller deutschsprachigen Freerider mit dem wöchentlichen SUV-Krankheitenrennen zum Tiroler Gletscher (nur um noch die letzten Gletscherreste möglichst schnell zu zerstören) ist keinen Deut besser. Mich eingeschlossen.
Musikalische Betonungen
All.I.Can unterstreicht mit einem sehr abwechslungsreichesn Musikrepertoire, daß das Gesamterlebnis für den Zuschauer im Vordergrund steht. Hardcore-Gitarrenklänge, wenn die Action zu sehen ist, sanfte Klänge bei stimmungsvollen Zeltabenteuern und Elektroklänge bei eindrucksvollen Zivilisationsaufnahmen. Gar klassische Streichmusik vernahmen wohlwollend meine Ohrmuscheln.
Fazit
Eine mögen kritisieren, dass sich die gezeigte Action im Film etwas versteckt. Im Vordergrund steht die Message. Ton, Handlung und Spannungsbogen lenken fast von der Skiaction ab. Dabei wird diese trotz vieler sogenannter „Hike to ride“ mit Tourenski und Fellen durchaus geboten. Bigmountainlines vom Zeltcamp irgendwo auf einem riesigen Grönland-Gletschern, Treeskiing mit massiven Pillowlinien in Kanada oder das integrierte Heliskisegment mit dem klassischen Steilwand-Powder-Runterspringen in Alaska
Der Kritikpunkt ist und bleibt der Wunsch nach Veränderung hin zu einem wirklich grünen Freeriden. Klar, unsere Kindeskinder sollen auch noch in Ski und Schneegenuss kommen. Doch, ob die Akteure des Films hier wirklich als Vorbilder gelten? Dies darf bezweifelt werden. Immerhin versuchen sie den Fokus auf Nachhaltiges Handeln zu legen und die Zuschauer dahingehend zu motivieren umzudenken. Die ignorieren ihr eigenes kontraproduktives Handeln nicht einfach, sondern versuchen durch ihre Arbeit positive auf alle Beteiligten einzuwirken.
Ob all dies auch die jugendliche Baggyfraktionszuschauer mit ihren „sick“ und „oidaa“ Zwischenrufen bzw. vorpubertärem Rumgekicher verstanden hat, darf bezweifelt werden. Immerhin war auch diese kleine Zuschauergruppe kurz begeistert als die einzige Urban-Freestyleszene gezeigt wurde – denn alleine diese eine Szene hatte mehr Action und mehr künstlerisches Können vereint als andere Filme dieses Genres in ihrer Gesamtspielzeit aufbringen.